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Montag, 21. Dezember 2015, 16:40

Das braune Problem in Polen wächst

In Polen finden Nationalisten und Rechtsradikale immer stärkeren Zulauf – auch in wirtschaftlich aufblühenden Regionen wie der Europäischen Kulturhauptstadt Breslau ... (Quelle: fr-online.de )

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Dienstag, 22. Dezember 2015, 13:01

Dazu habe ich einmal an jene eine Frage, die in Polen wohnen: Ist es tatsächlich so, dass die Nationalen und Rechtsradikalen mehr Zulauf finden oder trifft lediglich zu, dass sie eignetlich schon immer da waren und nun eben mehr öffentliche Aufmerksamkeit finden ?
Bei derartigen Artikeln muss ich immer an meine eigenen Erfahrungen mit Frankreich denken. Bei meiner ersten Reise ach Südfrankreich war ich mit dem Gedanken hingefahren, ein Land in Harmonie vorzufinden. Etwas anderes hatte ich in den Zeitungen zuvor ja nicht gelesen. Um so mehr war ich dann erschrocken als ich die Losungen an den Hauswänden und Brücken in Südfrankreich selbst lesen konnte. Mit so viel Nationalismus hatte ich einfach nicht gerechnet, Deshalb interessiert mich nun: Womit muss ich bei meiner nächsten Reise im Frühjar nach Polen rechnen ?
Hartmut

olaf

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3

Dienstag, 22. Dezember 2015, 16:04

Diese Dumpfbacken waren schon immer da, egal ob in D oder PL.
Aber wenn die Ente in PL die Gleichschaltung will, dann bekommt er sie auch - zumindest auf absehbare Zeit, nicht mehr 1000-jaehrig..
Ein Problem ist, dass die aelteren Buerger waehlen gehen (Radio Maria moechte das) - die juengeren hingegen abhaengen und sich kaum informieren (bildungsresistent), keine oder schlecht bezahlte Arbeit haben und daher einfachen Parolen folgen.

@Hartmut: heutzutage hilft Dir nichtmal ein Taschenrechner; es kommt, wie es kommt.
Optimismus und Engagement, ein breites Kreuz gegen diese Minderheiten lohnen sich, das lehrt die Geschichte. Und mal offen dagegen anstinken...
Das weiss natuerlich auch die Ente; wenn er Papst waere, wuerde er seinen Bruder noch heilig sprechen :huh: im Kampf..um was eigentlich ?

Frohe Weihnachten und ein gesundes, stressfreies 2016 :thumbsup: to everybody

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »olaf« (22. Dezember 2015, 16:11)


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Dienstag, 22. Dezember 2015, 16:17

VIELEN DANK ! für die Antwort. Ebenfalls ein frohes Weihnachtsfest !

5

Dienstag, 22. Dezember 2015, 16:50

Dazu habe ich einmal an jene eine Frage, die in Polen wohnen: Ist es tatsächlich so, dass die Nationalen und Rechtsradikalen mehr Zulauf finden oder trifft lediglich zu, dass sie eignetlich schon immer da waren und nun eben mehr öffentliche Aufmerksamkeit finden ?
Meiner Meinung nach wird das Thema jetzt hochgespielt und zu unrecht mit der PiS vermischt. Das Problem an sich gibt es aber schon länger. Wie in Deutschland gibt es zum einen die dumpfen Schläger und Kleinkriminellen. Die treiben sich in Polen dann gerne auch in den Fußballstadien rum und kontrollieren den Drogenhandel der Städte. Im Prinzip ist das eine Mischung aus Mafia, Jugendgangs und Nazis. Zum anderen gibt es aber wie in Deutschland auch in den letzten Jahren immer mehr rechtsradikale Akademiker. Ein Beispiel ist die Breslauer Szene, ein anderes der der PO nahestehende Rechtsextreme Roman Giertych.
Deshalb interessiert mich nun: Womit muss ich bei meiner nächsten Reise im Frühjar nach Polen rechnen ?
Da dürfte sich nichts geändert haben, ich merke in Warschau keinen Unterschied. Das letzte Mal in Breslau war ich im Mai, da war auch alles ganz normal. Wie vorher auch sollte man gerade bei Derbys aufpassen, bestimmte Viertel meiden und einfach eine gesunde Vorsicht walten lassen. So wie also in allen Urlaubszielen der Welt. Und natürlich kann man immer Pech haben. Meiner Meinung nach ist eine Anreise per Auto aber wesentlich gefährlicher, da es in Polen sicher mehr schlechte und riskante Autofahrer als Rechtsradikale gibt.

6

Dienstag, 22. Dezember 2015, 16:56

Ein Problem ist, dass die aelteren Buerger waehlen gehen (Radio Maria moechte das) - die juengeren hingegen abhaengen und sich kaum informieren (bildungsresistent), keine oder schlecht bezahlte Arbeit haben und daher einfachen Parolen folgen.
Keine Ahnung, wo Du wohnst, aber ich bekomme in Warschau und Polen eine unglaubliche gebildete Jugend mit. Mit 26 Jahren zwei Abschlüsse zu haben und drei Fremdsprachen fließend zu sprechen, ist keine Seltenheit. Schlecht bezahlt sind die Arbeitsplätze aber im Prinzip fast alle.
Aber wenn die Ente in PL die Gleichschaltung will, dann bekommt er sie auch - zumindest auf absehbare Zeit, nicht mehr 1000-jaehrig.
Ich mag die PiS nicht, aber rechter als die CSU oder korrupter und rechtsstaatsverletzender als die PO sind die auch nicht. Wer hat denn zuerst beim TK die Verfassung gebrochen? Wer hat denn beim Referendum zur Absetzung der PO-Stadtpräsidentin die Leute, die unterschrieben hatten, zur Polizei vorgeladen? Ich kann nicht sehen, inwiefern die PO besser oder demokratischer sein soll. Leiser und geschickter: ja. Aber demokratischer und rechtsstaatlicher: nein.

olaf

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7

Dienstag, 22. Dezember 2015, 19:22

@JOME: ich wohne nahe Katowice; dort und in Krakow kannst Du Fremdsprachen beherrschen wie Du willst, aber Dein Leben nicht mangels Kohle :thumbdown: Only low paid jobs und noch dazu Zeitvertraege....PFUI

http://www.spiegel.de/einestages/loving-…g-a-947756.html

8

Dienstag, 22. Dezember 2015, 20:48

@JOME: ich wohne nahe Katowice; dort und in Krakow kannst Du Fremdsprachen beherrschen wie Du willst, aber Dein Leben nicht mangels Kohle :thumbdown: Only low paid jobs und noch dazu Zeitvertraege....PFUI
Nichts anderes habe ich ja geschrieben. 99 % aller Jobs in Polen sind grausam bezahlt, auch in der Hauptstadt. Aber vorher hast du doch geschrieben, dass die Jugend ungebildet sei. Und das bekomme ich anders mit. Nur hilft in Polen der beste Lebenslauf nicht. Nicht wenige der top ausgebildeten Elite hat trotzdem nur Müllverträge und 2.000 PLN pro Monat in der Tasche. Das war ja einer der Hauptgründe für den Wahlerfolg der PiS. Nur gehe ich eher weniger davon aus, dass die PiS da für Besserung sorgen wird. Stattdessen wird es noch mehr schwachsinnige Kämpfe und geheimnisvolle Nachtaktionen geben.

In KAT hast 2 Möglichkeiten: IT oder Bergbau. Ist beides für polnische Verhältnisse gut bezahlt. Dass das mit dem Bergbau nicht jedermanns Sache ist, ist klar. Aber in der IT nehmen sie gerne auch Fachfremde für outgesourcte Dienstleistungen, sofern das Deutsch gut ist. Ist zwar auch nicht das Gelbe vom Ei, aber ein unbefristeter Arbeitsvertrag 6.000-8.000 PLN brutto sollten da mittelfristig drin sein. Ist im Vergleich zu Deutschland natürlich wenig und man muss sich in den IT-Kram reinarbeiten, aber immer noch besser als viele andere Sachen.

Trewirski

unregistriert

9

Dienstag, 22. Dezember 2015, 21:28

Diese Dumpfbacken waren schon immer da, egal ob in D oder PL.
Aber wenn die Ente in PL die Gleichschaltung will, dann bekommt er sie auch - zumindest auf absehbare Zeit, nicht mehr 1000-jaehrig..
Ein Problem ist, dass die aelteren Buerger waehlen gehen (Radio Maria moechte das) - die juengeren hingegen abhaengen und sich kaum informieren (bildungsresistent), keine oder schlecht bezahlte Arbeit haben und daher einfachen Parolen folgen.

@Hartmut: heutzutage hilft Dir nichtmal ein Taschenrechner; es kommt, wie es kommt.
Optimismus und Engagement, ein breites Kreuz gegen diese Minderheiten lohnen sich, das lehrt die Geschichte. Und mal offen dagegen anstinken...
Das weiss natuerlich auch die Ente; wenn er Papst waere, wuerde er seinen Bruder noch heilig sprechen :huh: im Kampf..um was eigentlich ?

Frohe Weihnachten und ein gesundes, stressfreies 2016 :thumbsup: to everybody



Ich habe letztens ein Video gesehen, wo ein Jungwähler vor der Kamera steht und sagt, dass seine Mutter das Kreuz auf seinem Zettel gemacht hat.

Was die Bildung betrifft, habe ich auch Erfahrung. Ich war mal in der Situation einen Lagerarbeiter einzustellen. Pakete packen und versandfertig machen, Inventur, Pakete zur Post bringen mit Firmenauto, usw. Auf Halbtagsbasis. Es wird aber gut gezahlt, meistens fast das Doppelte der üblichen Löhne. Also beim Arbeitsamt gemeldet und gewartet. Es kamen etwa 30 Bewerbungen in allen Altersgruppen bis 65 Jahre. Ich wusste nicht so richtig was ich fragen sollte. Alle schrieben, dass sie Deutsch oder Englisch gut sprechen. Alle hatten Erfahrung, wie sie schrieben.

Ich habe mir überlegt, dass ein Lagermann ja wohl rechnen können muss. Das waren in etwa meine Aufgaben an alle:

- kleines Einmaleins mit Zahlen von 1 bis 9
- schriftliche Multiplikation dreistelliger Zahlen ohne Taschenrechner
- schriftliche Division ohne Taschenrechner
- schriftliche Addition zweier Zahlen ohne Taschenrechner
- schriftliche Subtraktion zweier Zahlen ohne Taschenrechner
- Schreib- oder Grammatikfehler in polnischen Sätzen finden

Jeder hatte 10 Minuten Zeit. Es gab genau einen, der das konnte. Das war der Rentner. Der Rest war ein einziges Drama. Ich habe ihm angeboten, einen Tag zur Probe zu arbeiten. Ich gab ein eine Artikelliste eines Lagerregals mit dem Auftrag durchzuzählen. Am Ende hatte er alle Fehler gefunden die im Computersystem waren und Ordnung gemacht im Regal. Danach habe ich ihm die Unterschrift mehr oder weniger abgenötigt. Heute nach 5 Jahren arbeitet er Vollzeit und tanzt mit den hübschen jungen Sekretärinnen auf der Betriebsfeier und ist glücklich.

Ich befürchte, dass das nicht nur ein polnisches Problem ist.

olaf

Multifunktionsgeraet

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10

Dienstag, 22. Dezember 2015, 21:56

Stell Dir vor zu Weihnachten (John Lennon):
https://www.youtube.com/watch?v=RwUGSYDKUxU

Darek

Meister

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Wohnort: von dieser Welt, also Erdling

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11

Mittwoch, 23. Dezember 2015, 07:41

Ich befürchte, dass das nicht nur ein polnisches Problem ist.

Stimmt auffallend. Bei so viel guter Bildung ist der Untergang des Abendlandes sicher:

https://www.youtube.com/watch?v=Km23uTIqYXs
Signatur von »Darek« Wer schweigt, trägt Schuld an den Zuständen, die er beklagt!
Und wer vergisst ist verurteilt, dasselbe noch einmal zu erleben!

12

Mittwoch, 23. Dezember 2015, 08:36

Was die Bildung betrifft, habe ich auch Erfahrung. Ich war mal in der Situation einen Lagerarbeiter einzustellen. Pakete packen und versandfertig machen, Inventur, Pakete zur Post bringen mit Firmenauto, usw. Auf Halbtagsbasis. Es wird aber gut gezahlt, meistens fast das Doppelte der üblichen Löhne. Also beim Arbeitsamt gemeldet und gewartet. Es kamen etwa 30 Bewerbungen in allen Altersgruppen bis 65 Jahre. Ich wusste nicht so richtig was ich fragen sollte. Alle schrieben, dass sie Deutsch oder Englisch gut sprechen. Alle hatten Erfahrung, wie sie schrieben.
Fassen wir also mal zusammen: Lagerarbeiter, halbtags, fast doppelt so hoher Lohn wie üblich, Suche übers Arbeitsamt.

Lagerarbeiter bekommen in Polen für Vollzeit in der Regel den Mindestlohn, also im Jahr 2015 1.750 PLN brutto. Und das nur, wenn eine ordentliche Beschäftigung per Arbeitsvertrag vorliegt, aber gehen wir mal davon aus. Da ja der Lohn doppelt so normal wie üblich gewesen sein soll (auch hier gehe ich von einer Relation zu einem Arbeits- und nicht zu einem Müllvertrag aus), hätten die Bewerber für eine Halbtagsstelle eben die 1.750 PLN brutto erhalten. Sicher für Polen nicht der schlechteste Lohn für einen ungelernten Lagerarbeiter, aber die Preise sind eben die Preise wie in Deutschland. Man stelle sich als Deutscher einmal vor, von 400 EUR brutto leben zu müssen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass man mit diesem Betrag in Polen schon als so reich gilt, dass da steuerlich einiges abgezogen wird. Der Steuerfreibetrag liegt ja bei rund 8.000 PLN jährlich. Auch so ein Wahlkampfthema. Man kann auch nicht solche Löhne zahlen und erwarten, gebildete Leute zu finden.

Aber schon allein die Suche übers Arbeitsamt ist ein Fehler, wie in Deutschland auch. Welcher Arbeitgeber sucht sich seine Leute denn übers Arbeitsamt? Ich stelle ja in einem ganz anderen Bereich ein, brauche dafür Leute mit speziellen Fähigkeiten und Fremdsprachenkenntnissen, da sind die Löhne logischerweise auch höher. Aber eine Suche übers Arbeitsamt? Da findet man sogar über Gumtree bessere Leute.

13

Mittwoch, 23. Dezember 2015, 09:02

Meiner Meinung nach ist eine Anreise per Auto aber wesentlich gefährlicher, da es in Polen sicher mehr schlechte und riskante Autofahrer als Rechtsradikale gibt.

No, świetnie ! To jest bardzo pocieszające! Będę pojechał z samochodem !

Trewirski

unregistriert

14

Mittwoch, 23. Dezember 2015, 14:07

@Jome
Ich fasse also mal zusammen was Du so schreibst.


Auf dem Arbeitsamt findet man sowieso nur Schrott und wer dort sucht, ist selber schuld. Sollen die doch sehen wo sie Arbeit finden.

Die Grundrechenarten sollte man eigentlich beherrschen.

15

Mittwoch, 23. Dezember 2015, 14:31

Auf dem Arbeitsamt findet man sowieso nur Schrott und wer dort sucht, ist selber schuld. Sollen die doch sehen wo sie Arbeit finden.
Ich kenne das von beiden Seiten und in beiden Ländern. Noch nie habe ich von einem Unternehmer gehört, dass er seine Angestellten übers Arbeitsamt sucht und noch nie habe ich von einem Arbeitssuchenden gehört, dass er übers Arbeitsamt etwas Sinnvolles vermittelt bekommen hat. Wer wirklich Arbeit sucht und wer wirklich fähige Angestellte sucht, der sucht woanders. Als Schrott würde ich Menschen mit Bildungslücken nie bezeichnen.
Die Grundrechenarten sollte man eigentlich beherrschen.
Ja, das tun ja auch die meisten. Polen schneidet bei entsprechenden Studien auch immer gut ab. Und auch in der Spitze sieht es gut aus: Polen hat mit Israel die besten IT-Entwickler der ganzen Welt. Das ist dann mehr der Markt, auf dem ich mich auskenne.

16

Mittwoch, 23. Dezember 2015, 14:37

No, świetnie ! To jest bardzo pocieszające! Będę pojechał z samochodem !
War nicht meine Absicht. Wollte nur die Gefahr, die von Rechtsradikalen ausgehen, richtig einordnen. Ist wie mit Terroranschlägen. Nach Paris herrscht natürlich große Angst, ist ja auch verständlich. Aber die Wahrscheinlichkeit, von einem vom Balkon fallenden Blumentopf erschlagen zu werden, ist größer. Und so ist es eben auch in Polen um ein Vielfaches wahrscheinlicher, in einen Unfall verwickelt zu werden als mit Rechtsradikalen Probleme zu bekommen.

Trewirski

unregistriert

17

Mittwoch, 23. Dezember 2015, 14:50

Polen hat mit Israel die besten IT-Entwickler der ganzen Welt. Das ist dann mehr der Markt, auf dem ich mich auskenne.


Hier simme ich Dir zu, Das hatte ich in einem anderen Thema zum Leid des Landes geschrieben. Niemand will polnische Marken kaufen, aber praktisch alle kaufen - ohne es zu wissen - IT Produkte, bei denen polnische Entwickler maßgeblich beteiligt sind. Ich wage mal zu behaupten, dass ohne die Polen in diesem Gewerbe die Welt nicht mehr rund laufen würde.

18

Samstag, 26. Dezember 2015, 12:48

Dazu habe ich einmal an jene eine Frage, die in Polen wohnen: Ist es tatsächlich so, dass die Nationalen und Rechtsradikalen mehr Zulauf finden oder trifft lediglich zu, dass sie eignetlich schon immer da waren und nun eben mehr öffentliche Aufmerksamkeit finden ?
Bei derartigen Artikeln muss ich immer an meine eigenen Erfahrungen mit Frankreich denken. Bei meiner ersten Reise ach Südfrankreich war ich mit dem Gedanken hingefahren, ein Land in Harmonie vorzufinden. Etwas anderes hatte ich in den Zeitungen zuvor ja nicht gelesen. Um so mehr war ich dann erschrocken als ich die Losungen an den Hauswänden und Brücken in Südfrankreich selbst lesen konnte. Mit so viel Nationalismus hatte ich einfach nicht gerechnet, Deshalb interessiert mich nun: Womit muss ich bei meiner nächsten Reise im Frühjar nach Polen rechnen ?
Hartmut



Also ich befinde mich grad in Polen, im Osten nahe der ukrain. Grenze. Bisher merke ich hier aeusserlich keinen Unterschied zu meinen frueheren Besuchen.

Die Familie meiner Frau ist gespalten. Der eine Bruder, Kassierer in einem Supermarkt, findet die PiS und deren aktuelle Politik ganz ok. Der andere Bruder, studiert und stellv. Geschaeftsfuehrer, sowie seine Frau halten von der PiS garnix. Się haben mir auf ihrem Smartphone Karrikaturen aus sozialen polnischen Netzwerken gezeigt wo man sich ueber PiS und deren Politik lustig macht. Meine Schwiegermutter,vom Dorf stammend und sehr religioes, findet die PiS wieder gut. Meine Frau dagegen hat gerade den deutschen Pass beantragt weil się nicht weiss was die Zukunft bringt und mit einem zusaetzlichen deutschen Pass sich einfach sicherer fuehlt.

Ja und so gespalten wie diese Familie scheint wohl auch das Land zu sein. Auf dem Land haben 95 % PiS gewaehlt, darueber schrieb der Schriftsteller Wojciech Kuczok in einem Artikel in der "Gazeta Wyborcza " folgendes: "Statistisch gesehen lese jeder Pole nur ein Buch im Jahr, trinke aber 50 Flaschen Wodka- da duerfe man eben nicht allzu viel erwarten". Daraufhin wurde er wuest beschimpft und meinte "in Polen herrscht ein Buergerkrieg der Worten"...NOCH ist es nicht zu Uebergriffen und Gewalt gekommen!

Wollen wir mal hoffen dass es auch zukuenftig nur bei Worten bleibt....

Trewirski

unregistriert

19

Samstag, 26. Dezember 2015, 13:11

Das mit den 50 Flaschen ist ganz leicht zu hoch gegriffen. Es ist auch nicht klar, welcher Flascheninhalt gemeint ist. Meine Kenntnis ist, dass jeder Pole im Schnitt 7-8 Liter reinen Alkohols im Jahr trinkt. Das ist weniger als der Deutsche, der etwa eineinhalb Liter mehr trinkt. Nehmen wir einmal 7 Liter und 40%, so sind dies 17.5 Liter Wodka. Bei 0.33l Flaschen käme das mit den 50 hin.

Mein Eindruck ist, dass es hier weniger Komasaufen unter Jugendlichen gibt, da Alkohol erst ab 18 verkauft werden darf. Was kein Hindernis ist, sich Alkohol zu beschaffen. In Deutschland kann man Bier und Wein ab 16 kaufen. Ich bin trotzdem strikt dagegen, das in Deutschland zu ändern. Des Weiteren ist die Alkohol-Obergenze am Lenkrad bei 0.2 pm. Das macht sich auch bemerkbar.

Mein Eindruck ist aber auch, dass das gelegentliche Saufen bis zum Exzess auf Parties hier weiter verbreitet ist. Für die Leber ist das trotzdem besser als jeden Tag etwas, wenn man zwischendurch nichts trinkt.

Ich habe den Text des Autors nicht gelesen. Wenn er so etwas ohne weitere Präzisierung schreibt, muss er sich über die Reaktionen nicht wundern.

20

Sonntag, 27. Dezember 2015, 09:19

VIELEN DANK für die persönliche Schilderung. Das ist besonders hilfreich !

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