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olaf

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1

Dienstag, 10. Dezember 2019, 22:17

Im polnischen Zabrze geboren - der deutsche Staat macht in Ausweisen daraus "Hindenburg".


Ola

Schlächter von Blaviken

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2

Mittwoch, 11. Dezember 2019, 15:05

Ich habe irgendwann Ende der 90er ein Schreiben von Einwohnermeldeamt bekommen, ich sollte mich melden.
Die Dame eröffnete mir dann, dass mein Geburtsort im Register geändert werden muss, aus Chorzow/Polen würde nun Königshütte.
Ich musste meine Geburtsurkunde und (wenn ich mich da recht erinnere) den Registrierschein vorlegen.
Auf meinen Einwand hin, den Frau Stokowski in ihrem Artikel ja auch so einbringt, ich wäre ja nicht vor 1945 geboren, meinte die Beamtin das müssten sie jetzt halt ändern, und ab dann hätte ich da nie wieder was mit zu tun.
Nun fahre ich mit Königshütte ja ganz gut.
Das Ganze ist trotzdem einfach unlogisch und hätte ich sonst keine Hobbys und Probleme könnte man sich damit ja mehr befassen, aber ehrlich gesagt hatte und habe ich keine Lust auf einen Papierkrieg.


Zitat

„Ich weiß nicht, wie viele deutsche Ausweise diese bürokratische Kuriosität betrifft, aber da sehr viele Menschen, die in Polen geboren sind, heute deutsche Ausweise haben, kann man vermuten: sehr viele. Solange nicht festgelegt wird, dass Ortsangaben, die aus Besatzungszeiten stammen, nicht mehr verwendet werden, laufen vermutlich sehr viele Menschen in Deutschland mit einem Pass herum, der aussieht wie der feuchte Traum eines Reichsbürgers: Als wäre das Deutsche Reich nie untergegangen."


Besatzungszeit? Nun ja, da würde ich der Autorin noch die eine oder andere Geschichtsstunde empfehlen. Ich bin da auch nicht so firm, aber ich glaube die Geschichte von (Ober-)Schlesien ist dann doch etwas komplexer.
Und ob diese ganzen deutschen Ausweise tatsächlich etwas sind, woran sich Reichsbürger aufgeilen? Wohl nur, wenn man sie lässt.
In meinem Ausweis steht Geburtsort Königshütte, ohne Land. Einen Pass habe ich nicht, aber wenn ich Wiki richtig lese steht auch dort lediglich der Geburtsort (ohne Land) und die Staatsangehörigkeit.

Irgendwann saß irgendwo ein Beamter, der entscheiden musste wie man denn mit den schwierig auszusprechenden Namen von Geburtsorten der Spätaussiedler, welche die deutsche Staatsangehörigkeit vom Opa haben, umgehen soll.
Er wählte eine eher ungünstige Lösung. Erledigt sich aber auch irgendwann durch Zeitablauf.


Gruß, Ola
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3

Mittwoch, 11. Dezember 2019, 15:50

Ich bin mal meine Unterlagen seit Oktober 1944 (ab der Flucht mit meiner Mutter) durchgegangen. Dort steht unter anderem: Gleiwitz/OS, Gleiwitz/ Oberschlesien, Gleiwitz/Schlesien und neuzeitlich nur noch Gleiwitz.

Gruß diba

4

Mittwoch, 11. Dezember 2019, 15:53

Ich habe irgendwann Ende der 90er ein Schreiben von Einwohnermeldeamt bekommen, ich sollte mich melden.
Die Dame eröffnete mir dann, dass mein Geburtsort im Register geändert werden muss, aus Chorzow/Polen würde nun Königshütte.
Ich musste meine Geburtsurkunde und (wenn ich mich da recht erinnere) den Registrierschein vorlegen.
Auf meinen Einwand hin, den Frau Stokowski in ihrem Artikel ja auch so einbringt, ich wäre ja nicht vor 1945 geboren, meinte die Beamtin das müssten sie jetzt halt ändern, und ab dann hätte ich da nie wieder was mit zu tun.
Nun fahre ich mit Königshütte ja ganz gut.
Das Ganze ist trotzdem einfach unlogisch und hätte ich sonst keine Hobbys und Probleme könnte man sich damit ja mehr befassen, aber ehrlich gesagt hatte und habe ich keine Lust auf einen Papierkrieg.


Zitat

„Ich weiß nicht, wie viele deutsche Ausweise diese bürokratische Kuriosität betrifft, aber da sehr viele Menschen, die in Polen geboren sind, heute deutsche Ausweise haben, kann man vermuten: sehr viele. Solange nicht festgelegt wird, dass Ortsangaben, die aus Besatzungszeiten stammen, nicht mehr verwendet werden, laufen vermutlich sehr viele Menschen in Deutschland mit einem Pass herum, der aussieht wie der feuchte Traum eines Reichsbürgers: Als wäre das Deutsche Reich nie untergegangen."


Besatzungszeit? Nun ja, da würde ich der Autorin noch die eine oder andere Geschichtsstunde empfehlen. Ich bin da auch nicht so firm, aber ich glaube die Geschichte von (Ober-)Schlesien ist dann doch etwas komplexer.
Und ob diese ganzen deutschen Ausweise tatsächlich etwas sind, woran sich Reichsbürger aufgeilen? Wohl nur, wenn man sie lässt.
In meinem Ausweis steht Geburtsort Königshütte, ohne Land. Einen Pass habe ich nicht, aber wenn ich Wiki richtig lese steht auch dort lediglich der Geburtsort (ohne Land) und die Staatsangehörigkeit.

Irgendwann saß irgendwo ein Beamter, der entscheiden musste wie man denn mit den schwierig auszusprechenden Namen von Geburtsorten der Spätaussiedler, welche die deutsche Staatsangehörigkeit vom Opa haben, umgehen soll.
Er wählte eine eher ungünstige Lösung. Erledigt sich aber auch irgendwann durch Zeitablauf.


Gruß, Ola
Hallo,
also ich bin 1988 als Aussiedler nach Deutschland gekommen und seitdem steht in meinem Ausweis Geburtsort Stettin drin. Bei meinem Bekannten, der 2016 eingebürgert wurde, steht dagegen Wroclaw ( Polen ) drin.

5

Mittwoch, 11. Dezember 2019, 16:16

Wissenschaftlich ist seit langem bekannt, dass ein Großteil der Menschheit auf dem Wege der Verblödung ist. Ich hoffe nicht, dass unsere deutschen Beamten dazu gehören. :paluszkiem :haha

Alfreda

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6

Donnerstag, 12. Dezember 2019, 21:39

Mein Geburtsort ist - Nowe Guty
und so steht es auch im Ausweis früher stand - Kreis Johannisburg ,
da ich in Polen geboren bin wollte ich das auch der polnischen Name drauf steht ,
jetzt steht - kreis Pisz
nur das land - Polen - steht nicht drauf , schade eigentlich ...







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olaf

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7

Freitag, 13. Dezember 2019, 12:36

Wissenschaftlich ist seit langem bekannt, dass ein Großteil der Menschheit auf dem Wege der Verblödung ist. Ich hoffe nicht, dass unsere deutschen Beamten dazu gehören. :paluszkiem :haha


@DiBa
Beamte gibt es auch in PL: leider haben diese fast immer die gleiche Einstellung wie ein PC: ohne Admin-Rechte kann er/sie nicht entscheiden ?( ?(

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