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1

Donnerstag, 3. Januar 2008, 03:19

Was tun?

Also, um es auf den Punkt zu bringen. Meine Frau, mit der ich nun schon lange 27 Jahre verheiratet bin, verweigert sich plötzlich nach 2 Monaten "Vorbereitung vom Kopf her", mit mir nach Polen auszuwandern, da sie nicht bereit sei, die polnische Sprache zu erlernen. Die Sprache sei ihr zu schwer und sie würde sich sozusagen "vergewaltigt fühlen", in einem Land zu leben, dessen Sprache sie nicht erlernen kann ( oder will ).
Ich versuche ihr im Gegenzug zu erklären, dass wohl jede normale Frau der Welt ihrem Ehemann dorthin folgt, wo er leben und arbeiten möchte und was noch wichtiger ist: wo er so arbeiten kann, dass das Einkommen ausreicht. Und das ist in meinem Fall eben Polen, zumindest zur Zeit noch. Meine Frau arbeitet nicht mehr und deshalb kann ich nicht verstehen, dass sie mir "Steine in den Weg" legen will und sogar die Ehe aufs Spiel setzt.
Okay, sie sagt jetzt zwar: Gehe doch, aber ich bleibe in Deutschland. Ich finde das jedoch sehr unfair.
Ich bin sicher kein Mensch, der einen solchen Schritt unüberlegt tut, aber ich bin echt geschockt, wie meine Frau nun reagiert. Und da ist bei mir auch eine Grenze. Ich habe auch nur EIN Leben, und das gefällt mir aus vielen Gründen eben NICHT mehr in diesem Land, in dem nicht nur Journalisten, sondern jetzt auch Privatpersonen pauschal verdächtigt werden und durch das neue Gesetz über die Telefonaufzeichnungen ihrer Privatshäre beraubt werden.
Nochmal auf den Punkt gebracht: Würdet ihr trotz Eheversprechen ( bis der Tod uns scheidet ) euren persönlichen Lebenswunsch für den Lebenspartner aufgeben? Gibt es da eine Grenze in der eigenen Entscheidungsfindung? Habt ihr Argumente, mit der ich meine Frau für mein Auswanderungsvorhaben überzeugen kann.
Ich weiß, ein schweres Thema, aber vielleicht gibt es ja die ein oder andere Antwort.
:smutny

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »tornado« (3. Januar 2008, 03:21)


Capricorn

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2

Donnerstag, 3. Januar 2008, 08:10

RE: Was tun?

Hallo Tornado,

das ist sicher eine sehr schwierige Situation, in der auch Außenstehende nicht unbedingt gute Ratgeber sind.

Kann es sein, dass Deine Frau jetzt Angst vor der letzten Konsequenz bekommt, da Sie merkt, dass es Ernst wird mit dem Auswandern?
Ich könnte mir denken, dass die Sprache nur ein vorgeschobener Grund ist.

Und wenn Du vorausgehst, Deine Frau Dich besucht, um zu erkennen, dass Der Umzug doch die richtige Entscheidung war?
Nach 27 gemeinsamen Ehejaaren sollte man nicht vorschnell aufgeben!

Es grüßt Dich ein ratloser
Christoph
:mysli
Signatur von »Capricorn« Das Denken ist auch eine Wirklichkeit,
sogar eine der wichtigsten im Menschenleben.

Wilhelm Ostwald

3

Donnerstag, 3. Januar 2008, 11:02

RE: Was tun?

Hallo Tornado.

Es klingt tatsächlich so als ob deine Frau jetzt merken würde, dass er ernst wird, und etwas panisch wird.
Und so ein Satz wie "Ich versuche ihr im Gegenzug zu erklären, dass wohl jede normale Frau der Welt ihrem Ehemann dorthin folgt, wo er leben und arbeiten möchte" ist, wenn ich ehrlich sein soll, ganz schön hammerhart, und ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein gutes Argument in irgendeiner Lebenslage sein soll.
Verständlich, dass aus Deiner Sicht auch das Einkommen ein Argument ist, aber der Satz klingt eher so wie: die Frau ist dem Mann untertan und muss ihm überallhin folgen damit er sein Lebensglück findet.
(ohne dir unterstellen zu wollen, dass du das denkst). ;)

Ich glaube du gehst davon aus, dass deine Frau gegen dich ist, aber das ist evtl gar nicht der Fall!
Vielleicht will deine Frau dir nicht "Steine in den Weg legen" wie du schreibst, vielleicht hat sie wirklich Angst davor in ein fremdes Land zu gehen und eine fremde Sprache lernen zu müssen. Das wäre ja auch verständlich.
Du sagst, sie arbeitet nicht mehr. Was würde sie dann in PL machen? Verstetz dich auch mal in ihre Lage.

War deine Frau schon mal in PL? Gibt es die (finanzielle) Möglichkeit, dass sie dort einige Zeit mit dir verbringen kann ohne direkt ihr Leben in D aufgeben zu müssen?

Ich hoffe ihr findet einen Ausweg, e. Kompromiss.
Wenn sie nur bereit wäre es auszuprobieren, könnte sie am ende noch immer sagen sie will zurück. Aber es kategorisch abzulehnen ist leider keine Lösung.


Zu Eheversprechen und Lebenswunsch:
Das Eherversprechen bedeutet nicht, dass man sich selbst aufgeben muss und nur das tun muss was der Partner will. Das gilt aber für beide Seiten! Es muss möglich sein eine gemeinsame Entscheidung zu fällen, vor allem nach so viele Ehejahren.
Ich wünsche euch, dass ihr es schafft!
Gruß
Ola

4

Donnerstag, 3. Januar 2008, 12:28

RE: Was tun?

Zitat

Original von tornado
Ich habe auch nur EIN Leben, und das gefällt mir aus vielen Gründen eben NICHT mehr in diesem Land, in dem nicht nur Journalisten, sondern jetzt auch Privatpersonen pauschal verdächtigt werden und durch das neue Gesetz über die Telefonaufzeichnungen ihrer Privatshäre beraubt werden.


Lieber Tornado,

dieses Argument ist aber reichlich an den Haaren herbeigezogen, weil es die Vorratsdatenspeicherung in Polen bereits seit mehreren Jahren gibt und die Ermittlungsbehörden auch reichlich von ihr Gebrauch machen.

Was Dein grundsätzliches Problem betrifft, bin ich der Ansicht, dass ein Wohnortwechsel ins Ausland von BEIDEN Partnern gewollt sein muss. Sollten nicht wirklich sehr gewichtige Gründe einen Umzug erforderlich machen, würde ich einen solchen Schritt nicht gegen den Willen des Partners durchziehen.

Seit zwei Jahren gibt es eine große Emigrationswelle aus Richtung Polen nach England/Irland. Sehr viele Ehen scheitern dadurch, dass der eine (vermeintlich vorübergehend) im Westen arbeitet, der andere hierbleibt. Viele Paare lindern die räumliche Trennung durch häufige Besuche, aber wenn ich mir die Reisekosten anschaue, die durch dieses Pendeln anfallen, frage ich mich, worin der wirtschaftliche Vorteil einer solchen halbherzigen Auswanderung liegt, denn den Mehrverdienst in England fressen Reisekosten und doppelte Haushaltsführung auf.

Was die Auswanderung von Deutschland nach Polen angeht, gebe ich ferner zu Bedenken, dass viele Polen aus dem grenznahen Bereich aus KOSTENGRÜNDEN eine Wohnung/Haus in den östlichsten Landkreisen Deutschlands suchen. Dazu gab es im Dezember einen Artikel in der Gazeta Wyborcza.

An Deiner Stelle würde ich als Kompromiss erwägen, in Polen ein Haus nahe der Grenze zu suchen, so dass Deine Frau die Möglichkeit hat, wichtige Dinge, bei denen die Sprache ein Problem darstellt, wie Arztbesuch oder Einkäufe, ggf. auch in Deutschland zu erledigen. Ich denke, dass würde die schwierige Anfangszeit etwas lindern.

Schöne Grüße

5

Donnerstag, 3. Januar 2008, 19:04

RE: Was tun?

Zitat

Original von tornado
........ nach 2 Monaten "Vorbereitung vom Kopf her.....",


Ich weiß natürlich nicht, wie oft und lange Ihr in PL gewesen seid, wie gut Ihr das Land kennt usw. Deine Sprachkenntnisse jedenfalls scheinen noch kleiner zu sein, als meine.

Ich habe PL in den vergangenen 15 Jahren relativ häufig besucht (vielleicht 25 Mal), aber es ist doch ganz etwas anderes, für 1 Woche wegen eines Projektes oder für 14 Tage in den Urlaub nach PL zu fahren, als alle Brücken hinter sich abzureißen und dauerhaft umzuziehen. Wenn Du Dich etwas länger mit PL beschäftigst, wirst Du feststellen, daß auch dort nur mit Wasser gekocht wird. Die "wilden" Zeiten der 90ger Jahre, wo die staatlichen Organe mit etwas Geschick "umspielt" werden konnten, sind meiner Erfahrung nach Vergangenheit, da hat sich PL voll der EU angepaßt. Wie sicher ist Deine Arbeit in PL im Vergleich zu der, die Du hier aufgibst? Du scheinst in Deiner Planung örtlich so ungebunden, daß ich mich nur wundern kann. Die Standortentscheidung - und zwar nicht abhängig von den billigen Mieten sondern abhängig von den Anforderungen Deiner Auftraggeber - ist doch mit die wichtigste überhaupt. Wie willst Du als Journalist ohne Sprachkenntnisse Interviews führen? Die ersten 1000 Worte der PL Sprache sind leicht gelernt, aber das dicke Ende in Form von Grammatik kommt nach. Bei mir reicht es nach etlichen Jahre dafür, in Alltagssituationen das auszudrücken, was ich sagen will und wenn mein Gesprächspartner langsam redet, verstehe ich ihn so einigermaßen aber wenn es "ernst" wird, verwende ich einen Dolmetscher. Ich habe auch mal mit dem Gedanken geliebäugelt, nach PL umzuziehen, aber es dann aus verschiedensten Gründen gelassen. 2 Monate "Vorbereitung vom Kopf her" scheinen mir eine eher sehr kurze Zeit für eine so wichtige Entscheidung.

Und noch eine ganz andere Idee - so ein bißchen in Anlehnung an Olas Beitrag: Könnte es sein, daß bei Deiner Frau jetzt die unter den Teppich gekehrten Probleme der vergangenen 27 Jahre hochkochen und sie eine nur zu verständliche Angst hat, in einem fremden Land, in dem ihr alle sozialen Bindungen und das gewohnte Umfeld fehlen, mehr oder weniger auf sich alleine gestellt dazustehen, weil der Ehegatte beruflich bedingt viel auf Reisen ist? Auch Deine Frau hat nur ein Leben.

Ich glaube, so eine wichtige Entscheidung kann nur zum Erfolg führen, wenn sie gut vorbereitet ist und beide 100%ig dahinter stehen - ein widerwilliges "Wenns denn sein muß" reicht nicht.

Wie wäre es, wenn Du Dir erstmal probeweise ein Zimmer in PL mietest um auszuprobieren, ob Deine Vorstellungen von PL und den dortigen Arbeitsbedingungen realistisch sind und Du regelmäßig für verlängerte Wochenenden zurück nach D kommst? Deine Frau könnte Dich ab und an nach PL begleiten und auf diese Weise feststellen, daß ihre Befürchtungen vielleicht unbegründet sind.

6

Freitag, 4. Januar 2008, 05:11

Erstmal vielen Dank für eure Ratschläge.
@mentos: Wir waren nur eine Woche in PL und ich lerne seit 2 Monaten polnisch.
Ich gebe meine Arbeit auch nicht auf, da ich Internet-Journalist bin und meine Werke von jedem Ort der Welt veröffentlichen kann. Insofern bin ich örtlich tatsächlich soweit ungebunden, als ich eine schnelle Internetverbindung habe.
Und in der Tat: Bei meiner Frau scheinen nun alle Probleme der letzten 27 Jahre "hochzukochen".
Und ich bereite mich gut vor. Deine Idee mit der Probezeit für mich in Polen überdenke ich mal, aber auch so etwas akzeptiert meine Frau eher nicht.

@chelmno.info: naja, für mich sind es gewichtige Gründe, Deutschland verlassen zu wollen. Zuerst wollten wir ja in Polen zu deutscher Grenznähe etwas finden, z.B in Swinemünde, aber da finden wir nichts. Also kann ich mich ja nur dorthin orientieren, wo auch Angebote sind, und das scheint in Waschau und Krakau der Fall zu sein. Aber ich werde deinen Rat befolgen und weiter in Grenznähe etwas zu suchen.

@ola: Ich bin kein Macho-Typ, der eine untertanene Frau möchte. Bei mir geht es um wirtschaftliche Aspekte, auch zum Wohl meiner Frau. Und was sie in PL machen soll? Keine Ahnung. Das muss sie doch entscheiden. Sie kann auch dort mir bei meiner Arbeit helfen, dazu braucht sie keine polnischen Sprachkenntnisse. Allerdings, dein Vorschlag, zwei Häuser zu mieten -jeweils in Polen und Deutschland - liegt finanziell eher nicht drin.

@capricorn: ja, auch ich halte es für die beste Lösung, erstmal "vorauszugehen", aber selbst das lehnt sie ab.

Nochmals vielen Dank für eure Ratschläge. Das hilft mir schon ein wenig.

7

Freitag, 4. Januar 2008, 10:35

Zitat

Original von tornado
Allerdings, dein Vorschlag, zwei Häuser zu mieten -jeweils in Polen und Deutschland - liegt finanziell eher nicht drin.

Von Häusern war ja auch nicht die Rede.
;)

Gruß
Ola

Darek

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8

Freitag, 4. Januar 2008, 15:14

Tja, schwere Frage, die die Du uns hier stellst, Tornado.
An dieser Stelle eine "Eheberatung" durchzuführen ist sicherlich nicht im Sinne des Erfinders und auch nicht möglich.
Bei mir taucht nur ein wenig der Verdacht auf, dass Du Deine Auswanderungsideen anfänglich vielleicht etwas einsam mit Dir selbst ausgemacht hast und Deine Frau jetzt mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen stellst.

Ich gebe aber mal folgendes zu bedenken:
Wie Du schreibst, seid Ihr bis heute lediglich 1 x in Polen gewesen, für genau eine Woche. Meinst Du nicht, dass dies eventuell extrem wenig ist? Ich behaupte einfach mal, dass eine Woche "po polsku" sicher nicht ausreicht, um das Land Deiner zukünftigen Träume auch nur annähernd zu "erforschen"!
Und 2 Monate Polnischunterricht reichen sicherlich auch nicht so ganz für eine Umsiedlung.

Hej! - ich war in den vergangenen 3 Jahren bestimmt 14 x in Polska, und sicherlich nicht nur für einen gemütlichen Urlaub. Ich habe alles mögliche dort "mitgenommen" - vom Einwohnermeldeamt über Krankenhäuser, Arztbesuche, Rehakliniken, Sozialamt, Rentenkasse, Druckereien, Werkstätten und was-weiß-ich-noch-so-alles. Vom täglichen Einkaufen mal ganz zu schweigen.
Ich kann Dir nur sagen, je mehr ich kennengelernt habe, um so mehr Fragen sind bei mir aufgetaucht. Für mich extrem nervig, weil mir einfach alles zu langsam geht. Mit dem Verstehen und Lernen, meine ich.
Und ich beschäftige mich nicht nur seit diesen 3 Jahren durch meine Fahrten nach Polen mit der polnischen Sprache, sondern habe mittlerweile in der VHS einen Kursus belegt.
Okay - sicherlich stehe ich auch auf dem Standpunkt, dass es ziemlich egal ist, ob ich sage "ich gehe mit der Hund spazieren", oder ob ich sage "ich gehe mit dem Hund spazieren". Jeder weiß hier, was gemeint ist. Und weiter stehe ich auf dem Standpunkt, dass man eine Sprache viel besser im jeweiligen Land lernt, als "trocken" zu Hause.

Ich würde Dir aber vorschlagen, dass Du mit Deiner Frau nochmal in Ruhe darüber redest und versuchst, ihr Deine Einstellung vielleicht noch etwas tiefer zu erläutern. Denn wie auch Ola schon angesprochen hat, scheinst Du vielleicht wirklich etwas dominant Deine Frau zu etwas zu zwingen, was sie im Moment noch nicht möchte. Vielleicht ist Ihr NEIN im Moment aber auch nur eine indirekte Frage, so nach dem Motte: "Du hast mir zu wenig erzählt, ich brauche noch mehr Informationen." Und die Aussage von Dir " Und was sie in PL machen soll? Keine Ahnung. Das muss sie doch entscheiden." ist sicherlich nicht gerade sehr hilfreich für Eure Situation, meinst Du nicht? Hört sich für mich ziemlich hart an.

Wie lernst Du denn im Moment polnisch? Zu Hause? In der VHS? Hast Du polnische Bekannte?
Mache Deiner Frau doch mal den Vorschlag, dass Ihr zusammen einen Polnischkursus belegt. Ihr könntet Euch so gegenseitig helfen und unterstützen. Und ich würde an Eurer Stelle auch etwas mehr Zeit einplanen. So nach dem Motto: 1 Jahr lang Vorbereitung, mit weiteren Aufenthalten in Polen und konsequentem Erlernen der Sprache, danach vielleicht 3, 4 Monate Umzugsplanung. Umzugstermin könnte dann der Sommer nächstes Jahr sein. Hört sich für Dich jetzt vielleicht an wie eine kleine Ewigkeit, ist aber sicherlich der bessere Weg. Auch der längste Weg beginnt nämlich mit dem ersten kleinen Schritt, weißt Du?

Ansonsten kann ich Deine Argumentation voll verstehen. Wie sagte doch einst Goethe? Wenn man sich den Gesetzen (den Lebensumständen, Anm. d. V. :ROTFL) nicht beugen will, muss man das Land verlassen, in dem sie gelten.

Ist auch meine Devise.

Leider kann ich Dir keine weiteren Tipps geben, da ich kein großer Frauenversteher bin. Mache da auch immer wieder alles falsch. :beczy Ich glaube, da bist Du bei Ola sicherlich besser aufgehoben. Frauen sind in sowas einfach die besseren und klügeren Menschen. Tja - und nicht nur in sowas. (Komplimente machen kann ich wenigstens :prosi)

Ach so, da fällt mir noch ein, dass Falk doch auch ins Ausland ausgewandert ist. Allerdings in`s Land der Gentlemen und Ale-Trinker. Vielleicht hat er zu diesem Thema ja auch noch einen Tipp für Dich?
Signatur von »Darek« Wer schweigt, trägt Schuld an den Zuständen, die er beklagt!
Und wer vergisst ist verurteilt, dasselbe noch einmal zu erleben!

9

Freitag, 4. Januar 2008, 16:29

Es wurde schon alles gesagt, was ich dazu noch beitragen kann ist:

Keine Ultimaten stellen und versucht Euch in der "Mitte" zu treffen!
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* fit mit Tanzen *

Elke

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10

Freitag, 4. Januar 2008, 17:35

Möchte meinen Senf auch noch dazu geben.Wenn Du Tornado erst einmal in Polen warst,was zieht Dich hierher? Ich habe dieses Vorhaben schon 36Jahre im Kopf gehabt,war auch fast jedes Jahr in Polen.Ich habe hier eine Freundin die hat deutsch studiert und ist Deutschlehrerin in Krakow,das war für mich sprachlich nicht gut.Habe auch über Volkshochschule und mit Computer versucht polnisch zu lernen ,mit wenig Erfolg.Am besten lernte ich,wenn ich ohne meine Freundin in Polen unterwegs war.Jetzt wohne ich seit 3 Monaten in Polen,bin zwar noch von einer Bekannten die auch deutsch spricht noch abhängig aber mache jetzt doch schon Fortschritte. Tornado,mach doch mit Deiner Frau mal einen längeren Urlaub in Polen.Könnt auch zu mir kommen.

stazki

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11

Freitag, 4. Januar 2008, 18:02

Hallo "tornado",
ich kann sehr gut mitfühlen, wie sehr Dich die jetzige Situation belastet, zumal DEINE Vorbereitungen für eine Umsiedlung schon fortgeschritten sind. Allerdings ist es noch nicht zu spät, noch einmal in Ruhe alles zu überdenken.
Ein Umziehen nach Polen mag technisch gut zu bewältigen sein, doch die "Probleme" tauchen mit der Zeit meist erst vor Ort auf, sei es mit den diversesten Behörden etc. Die Sprachbarriere stellt das größte Hindernis dar.
Ohne die Hilfe meiner polnische Ehefrau hätte ich meine Umsiedlung so nicht bewältigen können. Dazu fehlen mir einfach die sprachlichen Voraussetzungen, und das, was ich in VHS-Kursen gelernt hatte, reicht mal gerade aus um einzukaufen oder den Urlaub im Lande zu verbringen.
Nun bin ich ja ohne "Anhang" umgesiedelt, was meine Entscheidung vereinfachte. Trotzdem brauchte ich 3 Jahre der Vorbereitung, um die Brücken hinter mir zu schließen und einen Neubeginn in einem für mich nicht ganz so fremden Land zu wagen.
Im Vordergrund meiner Entscheidung stand unser gemeinsames Glück. Eine Umsiedlung meiner Frau nach D war nie ein Punkt unserer Zukunftsplanungen, obgleich es für sie einfach gewesen wäre aufgrund ihrer Deutschkenntnisse.
Doch sie hat ihr gewachsenes und stabiles Umfeld hier in Niederschlesien und ich hätte nie gewagt, sie dort herauszureißen.
Mir hingegen ist es leicht gefallen, da ich schon seit Jahren damit liebäugelte, in Masuren meinen Alterssitz aufzubauen. Daß es jetzt Niederschlesien geworden ist und schon vorzeitig, kann ich nur als allergrößtes Glück bezeichnen.

Ein Tipp nur von mir für Euch BEIDE:
Setzt euch zusammen und klärt, wie ihr eure GEMEINSAME Zukunft gestalten wollt.
Trefft nicht überstürzt eine Entscheidung, über die ihr im Grunde nicht glücklich seid und die am Ende nur einen Scherbenhaufen hinterläßt.

Daumen drück :okok
Signatur von »stazki« "Eine ausgestreckte Hand bewirkt mehr als eine geballte Faust"

12

Freitag, 4. Januar 2008, 18:54

Danke dir so sehr für die Zeit, die du mir mit deinem posting gewidmet hast, Darek. - und auch den vorangegangenen Postern. Ich hätte nie gedacht, dass sich Menschen so viel Zeit für mein Problem nehmen würden.
Sicher, eine "Eheberatung" erwarte ich von niemandem.
Meine Auswanderungspläne habe ich von der ersten Stunde an mit meiner Frau besprochen.
Richtig, ich war nur ein mal für eine Woche in Polen und klar, das ist extrem wenig, ein Land richtig kennen zu lernen, aber als "eines der billigsten Länder in der EU" ist meine Wahl zunächst aus wirtschaftlichen Gründen auf Polen gefallen. Dazu kam, dass meine "Wurzeln" auch in Polen liegen und ich dachte, wenn ich eine baltische Sprache schnell erlernen kann, dann habe ich mit einer slawischen Sprache auch kein Problem.
Okay, da habe ich mich reichlich vertan, denn mit dem Grundkurs "Polnisch in 4 Wochen" bin ich nach 8 Wochen erst bei Lektion 10 von 28. Aber ich bin halt auch ein Perfektionist und das schadet in diesem Fall, weil ich mich zu sehr mit der Grammatik aufhalte. Wie du sagst: egal ob mit den Hunden oder mit die Hunde. Hauptsache, man versteht einen. Und als Altsprachler habe ich da so ein paar Pluspunkte im Erlernen neuer Sprachen. Wenigstens ein kleiner Vorteil für die Qualen!
Auch deine weiteren Tipps helfen mir und meiner Frau weiter. Danke nochmals!
Tornado

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »tornado« (4. Januar 2008, 19:00)


Falk

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13

Samstag, 5. Januar 2008, 00:08

ich schildere mal meine situation, wie darek schon ankuendigte... was ihr daraus lest (und in der folge macht), muesst ihr fuer euch selbst entscheiden, denn jede situation ist so individuell, wie persoenlich unterschiedlich...
eine beratung wie ihr euer beziehungsproblem in diesem falle loest waere daher von meiner, in dieser richtung unzureichenden, qualifikation unangebracht...

ich bin vor beinahe 4 jahren aus wirtschaftlichen gruenden (8 monate sozialhilfe) von Berlin nach England umgesiedelt, ohne jemals vorher hier gewesen zu sein...
einen job als Architekt habe ich sofort gefunden, da sie scheinbar zu wenig vernuenftige eigene produzieren.
ich war sofort von meiner neuen lebenssituation begeistert und startete alles englische "zu lieben". es war die viel zitierte neu-erfindung meiner selbst...
perfekt. und ich war ueberzeugt nie mehr nach Deutschland zurueckkehren zu wollen.

ich bin seinerzeit meiner freundin hinterher gezogen, die ein praktisches jahr als lehrerin (deutsch englisch) in birmingham absolvierte. die beziehung zerbrach nach zwei monaten und sie ging zurueck nach berlin und ich blieb in england.

nach dem ersten jahr wechselte ich meinen job und ging nach Leeds. ein weiteres jahr spaeter vor knapp zwei jahren) startete ich in meinem jetzigen job, in dem alles perfekt ist und die zukunftsaussichten ausgesprochen gut sind.

zur gleichen zeit lernte ich meine freundin (und zukuenftige frau) Magda kennen, die ein halbes jahr vorher von Szczecin nach Leeds kam.

hier startete sich mein schicksal zu veraendern...

Magda mag ihren job hier nicht, genausowenig wie das leben in england und die mentalitaet der durchschnittsbriten...

eine mittelfristige loesung musste also gefunden werden.
wie gesagt, ich habe einen guten job hier, der mir eine menge perspektiven bietet. aber moechte ich dafuer das glueck meiner freundin riskieren?

wir haben miteinender gesprochen. viel... und lang.

sicher. fuer ihre familie wuerde sie gerne nach Szczecin zurueckkehren, weiss aber selbst, dass dies mangels meiner sprachkenntnisse und unvergleichlich schlechterer jobaussichten fuer mich keine echte option ist.

sie spricht kein deutsch (noch nicht), trotzdem haben wir uns erarbeitet, dass wir das beste "happiness-mittel" erreichen wuerden, wenn wir mittelfristig nach Berlin gingen.

dort gilt es nun verschiedene optionen zu eroertern, wie das genau ablaufen wird und in welchem zeitrahmen. das hat jetzt mit moeglichem engagement meines arbeitgebers zu tun, bis hin zu Magdas kinderwunsch... naeheres wuerde den umfang des threads bei weitem sprengen...

was ich sagen will, ist, dass ich deinem ursprungspost nach erstem lesen sehr kritisch gegenueber stand, was deine haltung der mitwirkung deiner frau anbelangt. du hast das mittlerweile ja schon etwas relativiert und ich hab auch schon genug geschichten gehoert (und erlebt), um zu uebersehen, dass jede story mindestens zwei seiten hat...

eine moral aus meiner geschichte zu ziehen, um sie direkt auf eure situation zu uebertragen, erspare ich mir aus eingangs erwaehnten guenden. trotzdem hoffe ich instaendig, dass du vielleicht ein wenig inspiration zur loesung oder der inangriffnahme eures problems beim lesen findest...
Signatur von »Falk«

anything goes...

14

Samstag, 5. Januar 2008, 00:23

Zitat

Original von tornado

Richtig, ich war nur ein mal für eine Woche in Polen und klar, das ist extrem wenig, ein Land richtig kennen zu lernen, aber als "eines der billigsten Länder in der EU" ist meine Wahl zunächst aus wirtschaftlichen Gründen auf Polen gefallen. Dazu kam, dass meine "Wurzeln" auch in Polen liegen und ich dachte, wenn ich eine baltische Sprache schnell erlernen kann, dann habe ich mit einer slawischen Sprache auch kein Problem.


Hmmm... An dieser Aussage würde ich an deiner Stelle noch ein wenig feilen... :oczko

1. Polen ist teuer, preismäßig kaum günstiger als Deutschland. Und es wird in diesem Jahr noch teurer.
2. Ugrofinnisch (dahinter vermute ich jetzt mal "eine baltische Sprache") hat nix mit Slawisch zu tun.

Dazu noch:

Es ist eine schwere Entscheidung. Und ein Prüfstein für eure Ehe. Ein Schwank aus meinem Leben: Ich bin zweimal meinem ersten Mann gefolgt, dabei musste ich nicht mal eine Fremdsprache lernen. Die Ehe ist zerbrochen, weil da zum Schluss kein Gleichgewicht zwischen unseren Interessen bestand.
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15

Samstag, 5. Januar 2008, 15:19

Zitat

Original von ReniA

Zitat

Original von tornado

Richtig, ich war nur ein mal für eine Woche in Polen und klar, das ist extrem wenig, ein Land richtig kennen zu lernen, aber als "eines der billigsten Länder in der EU" ist meine Wahl zunächst aus wirtschaftlichen Gründen auf Polen gefallen. Dazu kam, dass meine "Wurzeln" auch in Polen liegen und ich dachte, wenn ich eine baltische Sprache schnell erlernen kann, dann habe ich mit einer slawischen Sprache auch kein Problem.


Hmmm... An dieser Aussage würde ich an deiner Stelle noch ein wenig feilen... :oczko


Ja - sehe ich auch so, Tornado, ohne es böse zu meinen... :oczko

Zitat

Original von ReniA
1. Polen ist teuer, preismäßig kaum günstiger als Deutschland. Und es wird in diesem Jahr noch teurer.


.. hmmm - ReniA, ist das wirklich so? Kann ich eigentlich nicht bestätigen. Wenn ich auf dem Markt Obst und Gemüse kaufe, frage ich mich immer, warum ich "großes" Geld mitgenommen habe. Im Verhältnis zu D sind die Lebensmittel geradezu spottbillig. (Erfahrungen aus meinem letzten Sommerbesuch in Polska, also vor gut 6 Monaten)

Und auch das "Auswärts-Essen-Gehen" ist mit den Preisen hier überhaupt nicht zu vergleichen. Eine Rechnung in Höhe von 48 Złoty für 3 Personen, mit vollgepacktem Teller (und ich rede hier nicht von einem "Wassersüppchen") inklusive einem Getränk, ist sicherlich nicht teuer. Macht umgerechnet gerade mal ca. 4,20 Euro pro Person für ein komplettes Menü.
Sicherlich - es war kein 5*****-Restaurant, aber geschmeckt hat es trotzdem und pappsatt waren wir auch. Sogar mehr als das..... :ROTFL
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16

Samstag, 5. Januar 2008, 21:22

Zitat von ReniA
" Ugrofinnisch (dahinter vermute ich jetzt mal "eine baltische Sprache") hat nix mit Slawisch zu tun.

Ich meinte serbo-kroatisch als baltische Sprache, und viele Wörter sind gleich, zum Beispiel chleb, piwo, jaiko.
Deshalb vermutete ich, dass baltische und slawische Sprachen ähnlich sind........ Und sie sind es auch irgendwie, finde ich immer noch. Nur polnisch ist halt neben finnisch, deutsch und chinesisch eine der schwersten Sprachen der Welt.................

Wegen der Preise in Polen kann ich dir absolut nicht folgen, bis auf die Mieten, aber die Grundnahrungsmittel und Genußmittel betragen nur die Hälfte von denen hier in D. ( Siehe auch der Thread "Warenkorb" )

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »tornado« (5. Januar 2008, 21:34)


17

Montag, 7. Januar 2008, 00:27

Zitat

Original von tornado
Zitat von ReniA
" Ugrofinnisch (dahinter vermute ich jetzt mal "eine baltische Sprache") hat nix mit Slawisch zu tun.

Ich meinte serbo-kroatisch als baltische Sprache, und viele Wörter sind gleich, zum Beispiel chleb, piwo, jaiko.
Deshalb vermutete ich, dass baltische und slawische Sprachen ähnlich sind........ Und sie sind es auch irgendwie, finde ich immer noch. Nur polnisch ist halt neben finnisch, deutsch und chinesisch eine der schwersten Sprachen der Welt.................


Ähm...

Du veräppelst uns jetzt gerade? :mysli
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18

Montag, 7. Januar 2008, 01:12

Zitat

Original von ReniA

Zitat

Original von tornado
Zitat von ReniA
" Ugrofinnisch (dahinter vermute ich jetzt mal "eine baltische Sprache") hat nix mit Slawisch zu tun.

Ich meinte serbo-kroatisch als baltische Sprache, und viele Wörter sind gleich, zum Beispiel chleb, piwo, jaiko.
Deshalb vermutete ich, dass baltische und slawische Sprachen ähnlich sind........ Und sie sind es auch irgendwie, finde ich immer noch. Nur polnisch ist halt neben finnisch, deutsch und chinesisch eine der schwersten Sprachen der Welt.................


Ähm...

Du veräppelst uns jetzt gerade? :mysli


Sorry, natürlich ist serbo-kroatisch auch eine slawische Sprache. Warum ich statt südslawisch "baltisch" geschrieben habe, das wird nur Siegmund Freud beantworten können.
Tut mir leid, dieser Freud'sche Versprecher. :mysli
Veräppeln wollte ich niemanden. Vielleicht bin ich auch zur Zeit zu sehr im Stress und sollte mich mal für ein paar Wochen aus dem Forum zurückziehen.
Bis demnächst dann wieder, wenn ich mich erholt habe :papa

19

Montag, 7. Januar 2008, 01:38

Zitat

Original von tornado
Veräppeln wollte ich niemanden. Vielleicht bin ich auch zur Zeit zu sehr im Stress und sollte mich mal für ein paar Wochen aus dem Forum zurückziehen.


Der Rückzug aus dem Forum bringt dir vermutlich nicht viel, wenn du dich einfach nur sammeln willst... :paluszkiem

Es gibt hier Leute, von denen du profitieren kannst, wenn du möchtest. Ja, wenn du möchstest... :ostr
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20

Montag, 7. Januar 2008, 02:28

Tornado.... smutno będzie tu bez Ciebie.... :smutny
Signatur von »Choma« Jeśli potrafisz śmiać się z siebie, będziesz miał ubaw do końca życia :D

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