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1

Freitag, 13. März 2009, 09:39

Über die Ignoranz unserer Zeit

Liebe Leute hier,

ich weiß nicht, wie es euch geht, aber das, was in Winnenden vorgestern passiert ist, hat mich noch einmal tief betroffen gemacht, zeigt es doch wieder einmal, dass es in unserer modernen Welt an Zuwendung fehlt. Wir haben unendlich viele Strategien entwickelt, Menschen fertig zu machen, sie in die Ecke zu stellen, sie zu entblößen, sie zu mobben. Aber wer lernt heute noch, dem Partner oder den Mitmenschen ein liebes und aufrichtiges Wort am Tag zu geben? Die Medien schlachten nun den Amoklauf als sensationelles Ereignis in einer Weise aus, die ignoriert, dass wir es hier nicht mit einer Schlagzeile zu tun haben, sondern mit einem grundsätzlichen Problem unserer modernen Gesellschaft, den starken Einzelmann oder die rücksichtslose Frau zu erziehen. Das sind leider heute unsere Vorbilder. Leider hinterlassen diese Vorbilder in der Realität zahlreiche zerbrochene Seelen, die für ihre Schwächen keine Anlaufstelle mehr finden. Schwächen werden in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft immer weniger akzeptiert. Keine Frage - der Täter war krank und verletzt. Aber so eine Tat zeigt deutlich, dass Menschen, die verletzt worden sind, für die Gesellschaft gefährlich werden können, weil sie weitere Verletzte hinterlassen. Die Ignoranz unserer Zeit besteht leider in der Verdrängung von Realitäten.

2

Freitag, 13. März 2009, 09:51

Mulder :okok

Ich halte es wie J. Rau der wg. Erfurt sagte:

"Wir sollten unsere Ratlosigkeit nicht zu überspielen versuchen mit scheinbar naheliegenden Erklärungen. Wir sollten uns eingestehen: Wir verstehen diese Tat nicht. Wir werden sie - letzten Endes - auch nie völlig erklären können."

Wir leben in einer brutalen, rücksichtslosen Gesellschaft. Viele wissen dies, sprechen dies auch aus aber keiner ändert daran etwas. Vergleiche mal unsre Jugendzeit mit der Heutigen.

Winnenden wird wieder geschehen, und eines Tages hoffentlich erlebe ich es nicht mehr, wirds auch bei uns wieder Kriege geben, geographisch gesehen fanden in jüngster Zeit um die Ecke ja schon welche statt.

Eine shit Zeit in der wir leben, wo es nur noch um Rendite geht, Profit auf schnellsten Wege auf Kosten von Anderen :smutny

Steven
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nowicjusz

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3

Freitag, 13. März 2009, 10:28

Ich gebe euch beiden völlig Recht! :okok weiss aber auch nicht so genau wie ich jetzt darauf antworten soll. Viele Gedanken schwirren mir durch den Kopf. Als ich am Abend von dem Amokk-lauf las, redete ich noch mit meinem Vater darüber und sagte zu ihm "Weisst du was das wieder bedeutet? Die werden garantiert wieder sagen das der Typ Killerspiele gespielt hat, und Böse Musik gehört." und er ergänzte noch "Ja und das Waffengesetz werden sie wieder verschärfen!" - Beide ist in etwa eingetreten.

Damit wird aber nichts gelöst. Wenn Schusswaffen wirklich komplett verboten wären, würden sich solche Leute ein Messer nehmen (ist in Amerika ja auch schon passiert). Und wenn Messer ebenfalls verboten wären, würden sie vielleicht zu Pfeil und Bogen greifen. Wenn auch ebendass verboten wäre, kämen wohl Steine dran. Ich würde der Regierung auch zutrauen das sie Steine verbietet. Aber man kann auch mit Händen und Füßen töten! Es wurden auch schon Menschen mit Zeitungen erschlagen...

Was ich damit sagen will ist, das sie damit das Problem nicht im geringsten lösen. Sie machen es nur anderen Menschen schwerer die zum Beispiel Co2 Schusswaffen besitzen um damit ihren Hand Augen Koordination zu verbessern (ist in etwa so wie Dart spielen - oh sind auch Waffen). Und die sogenannten Killerspiele sind meist eh erst ab 18 Jahren freigegeben, das heisst, theoretisch hätte er sich gar nicht haben dürfen! Aber ich schätze mal das er sie von einer Tauschbörse heruntergeladen hat. Und das würde auch passieren wenn diese Spiele verboten wären. Früher in den 80er und 90er Jahren gab es zum Beispiel etliche Nazi-Spiele für Commodore 64 und Amiga 500. Diese waren ALLE verboten, aber natürlich gab es immer irgendeinen der einen kannte der solche Spiele hat und sie auch Kopiert.

Ich habe ebenfalls sehr lange Zeit spiele wie Quake III und GTA (Multiplayer) im Netz gespielt. Dort hat man sich dann mit mehreren Leuten getroffen um sich gegenseitig zu erschiessen. Aber das ganze ist für ALLE die ich kenne (inklusive mir) eher wie ein Wettkampf. Es geht darum, wer schneller ist, geschickter ist, besser als der Andere. Ich habe bislang erst einmal erlebt das ein Typ ausgerastet ist weil er verloren hat. Nebenbei bemerkt rastet er aber auch bei Mensch ärgere dich nicht aus...

Wenn solche Menschen eine Veranlagung dafür haben, würde ich die Probleme in der Erziehung suchen oder im Umfeld von denjenigen. Und es müssen nicht immer nur die aus der untersten Sozialen schicht sein die ausrasten. Ich denke es ist oft sogar eher das gegenteil der Fall. Der Film "Falling down" ist da glaube ich auch ein gutes Beispiel für.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »nowicjusz« (13. März 2009, 10:31)


4

Freitag, 13. März 2009, 10:58

Hallo nowicjusz,

du sprichst die vielen Spiele an. Ich frage mal als absoluter Nichtspieler der 2-3 mal Moorhuhn gespielt hat und sich an Computerspielen nie erfreuen wird. Was ist das Besondere an C-Spielen das man stundenlang am Comput sitzt? Du hast schon einiges erklärt, ich verstehe es nicht. Oder bin ichs chon zu alt adfür um dies noch zu verstehen :mysli

Steven
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nowicjusz

unregistriert

5

Freitag, 13. März 2009, 11:29

Zitat

od Steven
Hallo nowicjusz,

du sprichst die vielen Spiele an. Ich frage mal als absoluter Nichtspieler der 2-3 mal Moorhuhn gespielt hat und sich an Computerspielen nie erfreuen wird. Was ist das Besondere an C-Spielen das man stundenlang am Comput sitzt? Du hast schon einiges erklärt, ich verstehe es nicht. Oder bin ichs chon zu alt adfür um dies noch zu verstehen :mysli

Steven


Das ist tatsächlich eine Frage die nicht so Leicht zu beantworten ist, weil es viele Antworten dafür gibt. Man kann solche Spiele spielen um den Alltag für einen Moment zu vergessen. Ich kenne Leute die nach ihrem Büro-Job zuhause vor dem PC sitzen und World of Warcraft spielen. Wo sie dann als Zauberer oder Kämpfer das tun was sie Tagsüber in ihrem Büro nicht können, den Helden spielen :haha

Genau so gibt es Leute die gerne Rätselspiele spielen. Die Pallette reicht da von spielen wie Zuma bis hin zu so abstrakten sachen wie Myst. Es gibt auch Detectiv-spiele, wo man selbst in die Rolle eines Detektivs schlüpft und fälle klären muss. Wenn du eine vorliebe für Krimis hast und du schon nach den ersten Minuten oder Seiten weisst wer der Täter ist, könnten solche Spiele richtig Spannend für dich sein.

Oder nimm Flugsimulationen! Es gibt ja Leute die es sich leider nicht leisten können das teure Hobbie der Fliegerei zu bezahlen. Diese finden dann in Flugsimulatoren einen guten ersatz. Das ist natürlich nicht wie echt, aber immernoch besser wie gar nichts.

Oder eben halt Ballerspiele bzw ja seit einiger zeit nennt man sie Killerspiele. Bei denen kann man Wunderbar seine Reaktionsfähigkeit trainieren und es gab sogar Studien die belegen das sich die Reaktionszeit verbessert wenn man Regelmäßig solche Spiele spielt. Man kann sie natürlich auch spielen um sich abzureagieren. Das kann man jetzt auch in den falschen Hals kriegen, aber ich kenne auch Menschen die ihren ganzen Frust bei einem gemütlichen "death match" rauslassen.

Es gibt wirklich viele Gründe warum jemand seine Zeit damit verbringt. Ich spiele schon seit circa 8 Monaten gar nicht mehr, weil die Zeit kaum noch ausreicht.

Ich kann allerdings genau so fragen, was ist das besondere am Fernsehen, dass man stundenlang davor seine Zeit verbringt? Das ist dann wiederrum etwas was ICH nicht verstehen kann und auch nicht verstehen will. Ich glaube Computerspiele sind vor allem für die Leute denen Fernsehen einfach zu öde ist, die lieber selbst aktiv mitmachen wollen.

6

Freitag, 13. März 2009, 14:21

Zitat


Ich kann allerdings genau so fragen, was ist das besondere am Fernsehen, dass man stundenlang davor seine Zeit verbringt? Das ist dann wiederrum etwas was ICH nicht verstehen kann und auch nicht verstehen will. Ich glaube Computerspiele sind vor allem für die Leute denen Fernsehen einfach zu öde ist, die lieber selbst aktiv mitmachen wollen.
Richtig, es kommt aber darauf an was man sich anschaut. OK Nachts wenn ich nciht schlafen kann zappe ich schon mal durch und bleibe auch bei BB hängen, staune dann nicht schlecht was für ein Übel im TV verbreitet wird und schlafe dann doch schnell ein :ostr Hauptsächlich schaue ich Bloomberg-CNN-n-tv und Wirtschfats-Politik-TV, stopp nicht vergessen The Simpsons :okok

Steven
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7

Freitag, 13. März 2009, 14:27

Aber genau darum geht es mir ja. Ihr beschreibt die Realitäten (PC-Spiele, Fernsehen etc.), die keine menschliche Zuwendung im eigentlichen Sinne darstellen, sondern eine Abwendung.

Falk

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8

Freitag, 13. März 2009, 14:27

dem ist fast nix hinzuzufuegen, nowicjusz...

ich selber habe in Civ4 schon etliche zivilisationen aufgebaut und andere zerstoert...

am liebsten sind mir allerdings rennsimulatoren wie Grand Prix Legends oder Rally Trophy.

Killerspiele habe ich mal mit einigen leuten im netzwerk gespielt, allerdings habe ich dadurch nicht den wunsch verspuert mal in echt so durch meine schule oder uni zu laufen (wobei einige es echt verdient haetten... :oczko <-- bitte meinen humor zu entschuldigen).

ansonsten kann ich Mulder nur zustimmen. wir sollten uns darauf besinnen, dass wir miteinander auf dieser welt leben und nicht gegeneinander.
wenn ein jeder nach dieser maxime leben wuerde, haetten wir viele der sogenannten gesellschaftsprobleme nicht. gesellschaftsprobleme ist eh ein unwort. im endeffekt ist ein gesellschaftsproblem die summe individueller probleme. und wenn man die in den griff bekommt gaebe es ersteres nicht...

mein problem ist, dass in unserer zeit keiner mehr fuer irgendetwas gerade steht. es ist immer einfach jemand anderes oder eben die gesellschaft fuer eigene unzulaenglichkeiten verantwortlich zu machen.

gerade jetzt koennte ich mich auch hinstellen und sagen, dass ich meinen job verloren habe und dafuer das kapitalistische system verantwortlich ist. ist also nicht mein fehler, dass ich jetzt nicht arbeiten kann oder keinen job finde. kann ich mich darauf ausruhen?? viele leute tun das.
im endeffekt ist aber der einzige, der mir einen neuen job findet meine eigene person...

und uebrigens reflektiert das, was man ausstrahlt auf einen zurueck...
positiv, wie negativ.

klar was ich fuer mich bevorzuge... :oczko :okok
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anything goes...

9

Freitag, 13. März 2009, 14:36

Ich möchte einmal im Zusammenhang mit diesem Massaker eine ganz andere Frage aufwerfen: Warum gibt es eigentlich keine Alarmierungssysteme, die unbeteiligten Personen effektiv die Chance geben, zeitnah über eine akute Gefahrenlage in ihrer näheren Umgebung informiert zu werden und sich so selbst vor Gewalttätern in Sicherheit zu bringen?

Während die ermordeten und verletzten Opfer in der Schule selbst sicherlich kaum eine Chance hatten, dem Angriff zu entfliehen, so könnte sich das bei der Person, die auf dem benachbarten Klinikgelände erschossen worden ist, und dem Autofahrer, der als Geisel genommen und den Täter zwei Stunden lang durch die Gegend fahren musste, schon anders darstellen. Hat die Polizei den Fluchtweg des Täters verfolgt, gilt das auch für die letzten Opfer in dem Autohaus.

Ich kenne zwar nicht die Grenzen des gegenwärtig technisch Möglichen, aber ich würde mir in Zeiten von Twitter und Mobiltelefonen wünschen, dass ich als Bürger die Chance habe, meine Handynummer in einem von der Polizei gespeisten SMS-Alarmierungssystem registrieren zu können, um in solchen extremen Gefahrenlagen eine SMS zu erhalten "Achtung! Gewalttäter in X. Bitte zu Hause bleiben." Parallel sollten auch Benachrichtungen per E-Mail / Twitter-Updates für Leute machbar sein, die gerade am Computer sitzen.

Wäre solch ein System nicht ein wichtiger Schritt dahin, die Bevölkerung rasch und unkompliziert mit Informationen zu versorgen, die bisher mit Lautsprecherdurchsagen bzw. von Haus-zu-Haus-Gehen bzw. über traditionelle Medien mitgeteilt werden? So könnte man auch Empfehlungen im Fall von Chemieunfällen etc. übermitteln.

Was meint Ihr?

10

Freitag, 13. März 2009, 14:40

Wir haben ja noch nicht einmal in Deutschland zentral registriert, wer Waffen besitzt. Wie kannst du da ein Alarmierungssystem erwarten? In Deutschland haben wir 7,2 Millionen Waffen im Privatbesitz. Die Polizei dagegen nur 360000. Das allein ist schon ein krasses Missverhältnis und absolut inakzeptabel.

11

Freitag, 13. März 2009, 14:46

Zitat



gerade jetzt koennte ich mich auch hinstellen und sagen, dass ich meinen job verloren habe und dafuer das kapitalistische system verantwortlich ist. ist also nicht mein fehler, dass ich jetzt nicht arbeiten kann oder keinen job finde. kann ich mich darauf ausruhen?? viele leute tun das.
im endeffekt ist aber der einzige, der mir einen neuen job findet meine eigene person...
:mysli das verstehe ich jetzt nicht? also meistens können die AN doch gar nichts dafür, daß sie entlassen werden oder selbst nach über 200 Bewerbungen noch keinen neuen Job gefunden haben.
Das es tausende von Faulenzern gibt die mit 30 Jahren noch nie gearbeitet haben und H4 kassieren ist was anderes :oczko

Steven
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12

Freitag, 13. März 2009, 14:50

Zitat

od Mulder
Wie kannst du da ein Alarmierungssystem erwarten?


Weil es einfach machbar ist, zumindest per Twitter. Die Polizei richtet für jeden Landkreis einen extra "Alarm-Account" ein, dem ich followen, also die dort von der Polizei veröffentlichten Nachrichten abonnieren, kann. Dann hätte ich zumindest die Chance, in Echtzeit aus erster Hand - und nicht über spekulierende Medien - über einen Amoklauf, einen Chemieunfall, eine Bombendrohung etc. informiert zu werden und verlässliche Infos auch an Arbeitskollegen, Nachbarn etc. weiterzugeben.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »chelmno.info« (13. März 2009, 14:51)


nowicjusz

unregistriert

13

Freitag, 13. März 2009, 14:51

Zitat

od chelmno.info
Ich kenne zwar nicht die Grenzen des gegenwärtig technisch Möglichen, aber ich würde mir in Zeiten von Twitter und Mobiltelefonen wünschen, dass ich als Bürger die Chance habe, meine Handynummer in einem von der Polizei gespeisten SMS-Alarmierungssystem registrieren zu können, um in solchen extremen Gefahrenlagen eine SMS zu erhalten "Achtung! Gewalttäter in X. Bitte zu Hause bleiben." Parallel sollten auch Benachrichtungen per E-Mail / Twitter-Updates für Leute machbar sein, die gerade am Computer sitzen.

Wäre solch ein System nicht ein wichtiger Schritt dahin, die Bevölkerung rasch und unkompliziert mit Informationen zu versorgen, die bisher mit Lautsprecherdurchsagen bzw. von Haus-zu-Haus-Gehen bzw. über traditionelle Medien mitgeteilt werden? So könnte man auch Empfehlungen im Fall von Chemieunfällen etc. übermitteln.

Was meint Ihr?


Den Vorschlag ansich finde ich genial, allerdings würde es bei mir zum beispiel wenig bringen da ich mein Handy ständig aushabe und meine Nummer nur 6 Leute haben :haha Ich bin da auch misstrauisch gegenüber der Polizei und ähnlichen Institutionen. Weil wenn ich so mitbekomme wie die mit den Daten umgehen, läufts mir eiskalt den Rücken runter...

Zu Mulder:

Ich denke so solltest du das nicht unbedingt vergleichen. In Amerika hat ja wirklich fast jeder mindestens eine Waffe. Demnach müsste der Stadt ja dann bei dieser Betrachtunsgweise völlig machtlos gegenüber den Einwohnern sein.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »nowicjusz« (13. März 2009, 14:52)


nowicjusz

unregistriert

14

Freitag, 13. März 2009, 14:55

Zitat

od Falk

ansonsten kann ich Mulder nur zustimmen. wir sollten uns darauf besinnen, dass wir miteinander auf dieser welt leben und nicht gegeneinander.


Das ist natürlich völlig richtig! Dennoch sollten die Menschen eine Möglichkeit haben ihre anderen Sehnsüchte und Wünsche ausleben zu können. Genau so wie einige sicherlich ein Ventil brauchen um ihren Frust abzubauen. Denn wenn man den alles verbieten würde woran man sich auslassen könnte, oder woran man Spaß haben könnte, denke ich werden wir noch viel größere Probleme bekommen als wir ohnehin schon haben.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »nowicjusz« (13. März 2009, 14:56)


15

Freitag, 13. März 2009, 15:01

Zitat

od nowicjusz
Den Vorschlag ansich finde ich genial, allerdings würde es bei mir zum beispiel wenig bringen da ich mein Handy ständig aushabe und meine Nummer nur 6 Leute haben :haha Ich bin da auch misstrauisch gegenüber der Polizei und ähnlichen Institutionen. Weil wenn ich so mitbekomme wie die mit den Daten umgehen, läufts mir eiskalt den Rücken runter...


@Nowicjusz, das soll kein Zwang, sondern ein Angebot sein. Meine Handynummer steht sowieso im Internet, weshalb es mir z.B. völlig egal wäre.

Vielleicht denke ich zu einfach, aber ich verstehe nicht, warum staatliche Stellen vorhandene Kommunikationsmöglichkeiten nicht aktiv nutzen?

Wie war denn die Lage vorgestern in Winnenden? Man sieht als Einwohner, dass immer mehr Polizeifahrzeuge durch die Stadt fahren, hört, dass "irgendetwas in der Schule passiert ist", ohne Genaues zu wissen. Dann machen sich besorgte Eltern und neugierige Zeitgenossen natürlich gleich auf zum Ort des Geschehens, obwohl sie - zur eigenen Sicherheit und zum Wohle des Polizeieinsatzes - besser zu Hause aufgehoben wäre. Eine schnelle und konkrete Informierung der Bevölkerung kann in solchen Situation doch Menschenleben retten, oder nicht?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »chelmno.info« (13. März 2009, 15:03)


16

Freitag, 13. März 2009, 15:31

@chelmno.info
Sorry, Andreas, aber von der Idee halte ich schon deswegen nichts, weil gerade im Verlauf dieses dynamischen Amoklaufs auch deutlich wurde, wie gefährlich da falsche Twittermeldungen die Aktionen der Polizei konterkarierten. So wurde recht früh getwittert, dass sich der Amokschütze getötet habe. Und zu einem Zeitpunkt, als das noch gar nicht der Fall war. Die widersprüchlichen Meldungen in Echtzeit waren sicher ein echtes Problem, aber ich weiß nicht, ob das in echt hilft, wenn wir Meldungen im Sensationstakt &agrave; la ntv bekommen und dann noch falsche. Sollte das Twittern von der Polizei gesteuert sein, könnte sich das ebenfalls nachteilig auf den Ermittlungserfolg auswirken und gar noch eine größere Gefährdung hervorrufen, da Täter ja dann auch mitlesen oder mithören.

@nowijusz
Amerika ist hier weiß Gott kein Vorbild für mich. Das krasse Missverhältnis ist meiner Meinung nach nicht nur ein quantitatives Missverhältnis, sondern auch ein qualitatives Missverhältnis, das sich darin ausdrückt, dass eine zunehmende Zahl von Menschen durch Krimiserien, PC-Spiele oder andere Gewalterlebnisse eine übersteigerte Bedrohung spürt, die mit der Realität nicht mehr richtig abgeglichen wird. Die Polizei als eigentlich zuständige Dienststelle wird hier offenbar nicht mehr viel zugetraut.

@alle
Es geht hier bei diesem Problem meines Erachtens um gesteigerte Machtvorstellungen von Menschen, die sich in der Realität zunehmend ohnmächtig fühlen und sich von der Realität auf die eine oder andere Art und Weise abgewendet haben.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mulder« (13. März 2009, 15:38)


17

Freitag, 13. März 2009, 15:45

Zitat

od Mulder
@chelmno.info
Sorry, Andreas, aber von der Idee halte ich schon deswegen nichts, weil gerade im Verlauf dieses dynamischen Amoklaufs auch deutlich wurde, wie gefährlich da falsche Twittermeldungen die Aktionen der Polizei konterkarierten. So wurde recht früh getwittert, dass sich der Amokschütze getötet habe. Und zu einem Zeitpunkt, als dass noch gar nicht der Fall war. Die widersprüchlichen Meldungen in Echtzeit waren sicher ein echtes Problem, aber ich weiß nicht, ob das in echt hilft, wenn wir Meldungen im Sensationstakt &agrave; la ntv bekommen und dann noch falsche. Sollte das Twittern von der Polizei gesteuert sein, könnte sich das ebenfalls nachteilig auf den Ermittlungserfolg auswirken und gar noch eine größere Gefährdung hervorrufen, da Täter ja dann auch mitlesen oder mithören.


Absolut richtig, die FALSCHEN und SPEKULIERENDEN Twittermeldungen waren ein Problem, weil es keine VERLÄSSLICHEN gab.

Verschafft es einem Amokläufer denn irgendeinen taktischen Vorteil, wenn er auf seinem Handy liest, dass er gerade in Schule X sein Unwesen treibt - oder einem Bankräuber, der gerade in der Filiale Y Geiseln genommen hat und sowieso durchs Fenster sieht, wie die Bank von der Polizei umstellt wird?

Über das wann, ob und wie einer Informierung per SMS, Twitter etc. würde natürlich die Einsatzleistung der Polizei entscheiden. Wenn ich als Bürger aber weiß "Bankräuber auf der Flucht", dann habe ich zumindest die Möglichkeit zu entscheiden, meinen Einkaufsbummel zu verschieben und der Polizei durch meine Anwesenheit auf der Straße nicht noch die Arbeit zu erschweren.

18

Freitag, 13. März 2009, 15:49

Ich weiß nicht, ob es einem, der so etwas vorhat oder der schon dabei ist, als Vorteil dient - da kenne ich mich zu wenig aus, aber ich vermute es ganz stark.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mulder« (13. März 2009, 15:57)


olaf

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19

Freitag, 13. März 2009, 16:04

Zitat

Original von Mulder
... und sich von der Realität auf die eine oder andere Art und Weise abgewendet haben.


hast recht, ablenkung ist gefragt, abtauchen in die welt des fernsehens, des computers und gedankenaustausch (wenn ueberhaupt) ueber sms oder foren.. :plotki

das "Orwell" sche zeitalter haben wir bereits hinter uns gelassen, natuerliche instinkte verkuemmern - weil wir ja die technik haben.

und einer staatl behoerde gebe ich, falls nicht unbedingt noetig (oder weil ich zu faul bin, wegen jedem mist auf's amt zu rennnen) keinerlei daten! die holen sich diese ja selbst, ungefragt.

der "glaeserne buerger" : einmal mit dem hammer drauf, haste tausende scherben..

20

Freitag, 13. März 2009, 16:06

Zitat

od Mulder
Ich weiß nicht, ob es einem, der so etwas vorhat oder schon dabei ist, als Vorteil dient - da kenne ich mich zu wenig aus, aber ich vermute es ganz stark.


Theoretisch könnte ein Amokläufer während seiner Tat auch Radionachrichten verfolgen. Daran kann ihn auch niemand hindern. Auf den Inhalt der Medienberichterstattung hat die Polizei kaum Einfluss, so dass diese einsatz- und ermittlungstaktisch viel problematischer ist. Es sei denn, sie steuert den Informationsfluss selber durch aktive, unmittelbare Kommunikation.

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