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Darek

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1

Dienstag, 4. September 2007, 09:25

Provokante Frage ...

... was haltet Ihr vom neuen Nichtraucherschutzgesetz?
Das gilt doch jetzt ab dem 1. September.
Soll ich mich mal "outen"?
Ich find`s gut, bin nämlich seit Geburt "militanter" Nichtraucher .... :luzik
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2

Dienstag, 4. September 2007, 09:32

Wenn ich ehrlich bin, ich weiß nicht mal was jetzt anders ist :stres Da kam zwar immer sehr viel im Fernsehen und es wurde diskutiert aber irgendwie habe ich das nicht so richtig wahrgenommen.

Das man in öffentlichen Gebäuden usw. nicht mehr rauchen darf, das finde ich völlig ok so, was jeder Privat macht, ist jedem seine Angelegenheit. Wie das allerdings in Großraum Discos funktionieren soll, das frag ich mich schon. Weil ich glaube nach dem neuen Gesetz darf doch da auch nicht mehr geraucht werden. Nur wie wollen die das Unterbinden und kontrollieren. In ner Kneipe mit 20 Leutchen ja irgendwie noch einfach, aber bei 4000 Kids in der Disse???

Naja, und ob man aus Kneipen die Glimmstengel verbannt bekommt, halt ich auch für Fraglich.....

Darek

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3

Dienstag, 4. September 2007, 09:50

... angeblich sollen Kontrollen durchgeführt werden. Und der Kneipenbesitzer, der nicht für eine ordentliche Trennung zwischen Rauchern und Nichtrauchern sorgt, bzw. den Rauchern nicht verbietet, zu rauchen, bekommt eine Geldbuße. Bis 5.000,-- glaube ich.
In Restaurants ist das ja schon seit längerem nicht so wild. Da wurde schon seit einiger Zeit drauf geachtet, soweit ich weiß.
In Discos müsste es eigentlich ähnlich sein.

Tja - sicherlich hast Du Recht, wenn Du meinst, dass jeder in seiner Privatsphäre allein entscheidet, was er macht. In der Öffentlichkeit schädigt ein Raucher aber eben die Nichtraucher mit seiner Qualmerei. Und das soll daher ab dem 1.September eingeschränkt werden.

Und der extrem ausgedehnte Schutz der Kinder und Jungendlichen ist eine tolle Sache, finde ich. Ich bin ja nun mal sehr viel unterwegs und sehe die Kiddis dann vor der Schule stehen mit `ner Fluppe im Gesicht. Ist das nötig? Die sind teilweise erst 13 Jahre alt! Muss man sich mal vorstellen. Rauchen ist nicht gerade gesundheitsfördernd und das wissen doch mittlerweile auch die Kidddis, oder?
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4

Dienstag, 4. September 2007, 09:50

Finds sehr gut da ich auch nichtraucher bin :)


Ich finde wo es die raucher sehr stark trifft ist es in den Zügen.... oder in den Kneipen... aber das ist dann nicht mehr mein Problem :)

5

Dienstag, 4. September 2007, 10:01

Das Rauchen nicht Gesund ist, das wissen denke ich alle. Das Nichtraucher nicht überall zugequalmt werden, ist auch völlig ok und selbst als Raucher mochte ich die Raucherabteile in Zügen noch nie, weil man da einfach nicht ausgehalten hat drinnen. Weil das kann da drinnen ja nicht abziehen, also steht da der Rauch und das ist richtig eklig...

Und es ist schon richtig, viele Kinder sieht man schon im frühen Alter rauchen, ob man das Problem allerdings per Gesetz in den Griff bekommt wage ich zu bezweifeln, ich denke da müsste man noch etwas anders ran gehen....

Darek

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6

Dienstag, 4. September 2007, 10:21

... stimmt!

Nur - Du siehst ja, dass es ohne Gesetzgebung einfach nicht hinhaut. Und dass dann von den Politikern immer wieder auf die Vernunft der Menschen hingewiesen wird - wenn ich das nur höre!

Ich bin mit Sicherheit kein Fanatiker, der immer nach neuen Gesetzen schreit. Nee, bestimmt nicht. Ich finde sowieso, dass wir in Deutschland extrem Obrigkeitshörig sind.
Stell mal einen Menschen mit einer Phantasieuniform an eine Treppe, der den Passanten dann erklärt, sie dürften diese Treppe heute nicht benutzen. Die Leute nicken brav und gehen weiter.

Aber manche Sachen bekommt man eben nur mit einer gesetzlichen Regelung in den Griff, niestety. Tja, dass hier in diesem Fall die Raucher über die neue Lage nicht gerade erfreut sind, ist klar.

Die Frage in der Sache ist meiner Meinung nach nur, warum wird die Qualmerei nicht ganz verboten? Die kostet das Gesundheitssystem jedes Jahr Milliarden. Und ich rede hier nur vom medizinischen Aspekt. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Raucher, die krankheitsbedingt ausfallen, ist ebenfalls enorm.

Da soll mir bloß keiner kommen mit irgendwelchen Arbeitsplätzen, die vernichtet werden, wenn die Qualmerei gänzlich verboten würde. Blödsinn. Hier steckt lediglich `ne riesige Lobby hinter. Und solange unsere Politiker mit in den Vorständen und Aufsichtsräten der jeweiligen Firmen sitzen, ändert sich eh nichts.

Mann - ich könnte hier noch weiter schreiben bis zum Wochenende.

Aber - wie lautet mein Thema noch? Provokante Frage. Passt schon, oder? :luzik
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Darek« (4. September 2007, 10:22)


7

Dienstag, 4. September 2007, 10:35

Zitat

Die Frage in der Sache ist meiner Meinung nach nur, warum wird die Qualmerei nicht ganz verboten?


Was würde denn passieren, wenn man es ganz verbietet? Ich glaube nicht, das sich Millionen von Menschen das einfach so verbieten lassen würden. Und, wer sollte das auch kontrollieren. Selbst das jetziges Gesetz ist doch kaum zu kontrollieren, zähle mal die Kneipen; Restaurants und Discos in einer Stadt wie München, Hamburg oder Berlin.....wer soll die alle kontrollieren????

Mit dem medizinischen Aspekt hast Du sicher Recht, nur wie gesagt, ich denke man könnte da auch viel anders an die Sache rangehen. Per Gesetz wird kein Raucher zum Nichtraucher und die Jugendlichen wird es auch nicht daran hintern vor und nach der Schule zu paffen....

Darek

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Dienstag, 4. September 2007, 12:22

... also Tommy, sicherlich hast Du Recht. Meine Frage war ja auch nur rhetorisch gemeint. Wird die Zigaretten-Produktion verboten, ist Schluß mit Qualmen. Funktioniert nicht, weiß ich doch auch. Wie war das damals in Amerika mit der Prohibition? Die Menschen haben einfach Schwarzbrennerei betrieben.
Mit der Tabakproduktion wird`s dann ähnlich laufen. Hasch wird ja heute auch schon in privaten Räumen angebaut, hab ich mir sagen lassen.

Trotzdem stehe ich auf dem Standpunkt, dass jedes Gesetz, dass es den Kiddis erschwert an die Glimmstengel zu kommen, ein Schritt in die richtige Richtung ist.
Und weißt Du, was mir in Polen z.B. aufgefallen ist? Ich habe dort eigentlich keine Zigarettenautomaten gesehen. Kann das sein? Oder habe ich die Dinger nur übersehen?
Da stellt sich einem eh die Frage, warum diese Dinger bei uns an den Hauswänden hängen müssen. Als nächstes kommen dann noch Schnaps-Automaten oder ähnliches. Wundert mich sowieso, warum die Hersteller alkoholischer Getränke nicht schon längst auf so eine Idee gekommen sind. (Ha - ist vielleicht eine Marktlücke. Sollte ich mir echt mal Gedanken zu machen) :ROTFL

Und auch die Warnhinweise auf den Packungen in Polen sind um einiges schärfer als bei uns. Nur ein Beispiel: Da heißt es nämlich: Palenie zabawi. Heißt doch wohl "Rauchen tötet!"
Bei uns ist das alles harmloser: "Rauchen kann tödlich sein".
Sagt doch schon alles. Nur keinem auf die Füße treten.

Ein anderes Beispiel ist die chemische Industrie. Was war in den vergangenen Jahren mit DDT, Lindan, Asbest, Formaldehyd usw.? Die Industrie hat sich immer rausgeredet mit: Nicht so schlimm, keinerlei Hinweise auf Gefahren in der Muttermilch, Arbeitsplätze sind bedroht bei Verbot der Produktion.....

Erst als der Gesetzgeber dann auf Druck der Öffentlichkeit und wegen zunehmender Kritik seitens der Mediziner, Biologen und anderer Fachleute genötigt wurde zu reagieren, passierte etwas. Die Stoffe wurden verboten. Auf einmal geht sowas dann.

Und ein ganz aktuelles Thema sind im Moment die Abgaswerte der Autos. Die Industrie hat lange geblockt. Plötzlich wurde das Thema politisiert und die Käufer wollten auf einmal schadstoffärmere Autos kaufen. Peng! Die Industrie wurde auf einmal gezwungen zu reagiern. Und die Gesetzgebung tat dann ihren Teil dazu.

Das nenne ich verantwortungsbewußtes Handeln der Konsumenten. Wenn wir alle in vielen Dingen mehr Einigkeit zeigen würden, hätten wir alle eine ganz schöne Macht der Industrie gegenüber. Ist allerdings für den Einzelnen unbequem. Und wer will das schon?

So Leute - ich mache jetzt mal etwas für meine Gesundheit. Schwimmen ist angesagt. :papa2
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Falk

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Dienstag, 4. September 2007, 14:12

ich war ja selber 23 jahre lang starker raucher und habe letztes jahr im maerz von einem tag auf den anderen aufgehoert. war ja eh auch schwachsinnig...

hier in england gibt es ja diese regelungen fuer oeffentliche gebaeude und eben auch gaststaetten jeglicher art schon eine ganze weile und es funktioniert tadellos. klar haben am anfang alle geschrien, als rauchen in pubs verboten wurde, aber nun stehen sie halt vor der tuer, wenn sie rauchen wollen...

ist wie mit dem handy beim autofahren zu telefonieren. erst schreien alle, dann lassen es alle und einige schwarze schafe zahlen eben strafe, wenn sie erwischt werden...

interessanter finde ich die diskussion ueber schockfotos auf zigarettenschachteln. das gibt es in einigen laendern bereits und es stellt sich als wirksam heraus. in deutschland muss darueber natuerlich erst eine gesonderte studie erstelllt werden, um das offensichtliche zu bestaetigen...

was haelt leute vom rauchen ab? wirksamstes mittel ist der preis. der einstieg wird schon recht heftig, wenn man fuer die schachtel umgerechnet 8.50 euro loehnen muss...
geld wirkt immer!

die politik hat uebrigens kein grosses interesse daran, leuten das rauichen abzugewoehnen, da auf tabak erheblich steuern gezahlt werden. der verlust an steuereinnahmen waere stark spuerbar...

der vergleich mit umweltfreundlichen autos hinkt.
die verkaufszahlen fuer 4x4's und andere grossmotorisierte autos sprechen fuer sich. es werden immer noch mehr abgesetzt, als "oeko"autos...
die "macht" des individuums gegenueber der industrie ist dort eher eingeschraenkt (zur zeit) und auch hier verdient die regierung an jedem liter verbrauchten benzins...

vergleiche england. steuersatz fuer gelaendewagen auf £2000 per anno angehoben und schon ueberlegen es sich die leute zweimal, was fuer ein auto sie kaufen
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Darek

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10

Dienstag, 4. September 2007, 14:37

Zitat

Original von Falk
ist wie mit dem handy beim autofahren zu telefonieren. erst schreien alle, dann lassen es alle und einige schwarze schafe zahlen eben strafe, wenn sie erwischt werden...


Hi Falk,

stimme Dir voll und ganz zu. Nur die Sache mit dem Handy ist irgendwie komisch. Da wird ja immer wieder auf die Ablenkung beim Autofahren hingewiesen.
O.k. - sehe ich ein. Aber warum wird dann nicht auch das Rauchen während des Autofahrens verboten und mit einem Bußgeld geahndet? Oder das Essen im Auto? Damit liesse sich sicherlich auch noch so mancher Euro einnehmen. Und eine Ablenkung liegt hierbei sicherlich ebenfalls vor.

Der wahre Grund mit der Handy-Geschichte ist allerdings ein anderer.
Seit Jahren ist intern bekannt, dass die Handystrahlung gesundheitlich extrem bedenklich ist. Und gerade in geschlossenen Räumen, wie im Auto, regelt das Handy die Strahlung enorm hoch, um den Kontakt mit der Basisstation nicht zuverlieren.
Um nun aber kein Verbot der Handys durchzudrücken, wird das Telefonieren während der Fahrt halt verboten. Ausgenommen sind dabei die Freisprechanlagen, was letztlich auch eine, zugegeben etwas schwache, Bestätigung meiner Erklärung ist.

Wie ich weiter oben schon angeführt habe, liegt auch hier wieder reine Profitgier vor. Der Gesetzgeber hat letztlich durch die UMTS-Gebühren schönes Geld eingenommen und kann daher heute keinen Rückzieher mehr machen.
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11

Dienstag, 4. September 2007, 19:40

Zitat

Original von Darek
Die Frage in der Sache ist meiner Meinung nach nur, warum wird die Qualmerei nicht ganz verboten? Die kostet das Gesundheitssystem jedes Jahr Milliarden. Und ich rede hier nur vom medizinischen Aspekt.

Das ist eben ein Irrtum. Die Qualmerei nützt dem deutschen Gesundheitssystem, und das auf eine einfache Weise: Raucher sterben früher...

In der Tat: derjenige, der bereits mit 55 an Lungenkrebs stirbt, der bekommt mit 60 keinen Diabetes, braucht mit 70 keine Hüftgelenkprothese und hat mit 80 keinen Alzheimer mit anschließendem Pflegebedarf. Weil er nämlich schon tot ist und dadurch dem Gesundheitssystem Abertausende von Euronen spart.

Die Qualmerei nützt auch enorm dem deutschen Fiskus durch die Tabaksteuer. Merke: verboten werden soll ja das Rauchen :paluszkiem und nicht das Kaufen von Zigaretten. :cwaniak

Micha66

unregistriert

12

Dienstag, 4. September 2007, 20:28

Ich bin auch seit meiner Kindheit Nichtraucher! Ich finde es gut das das Rauchverbot durch ist -auch wenn viele Raucher micht un vertäufeln! :plask

Darek

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13

Dienstag, 4. September 2007, 21:35

hmmm, Turbot, da ist schon was Wahres dran. Habe ich mir auch schon mal gedacht.
Aber morbide ist es trotzdem, oder? :cwaniak
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14

Dienstag, 4. September 2007, 22:43

Zitat

Und ein ganz aktuelles Thema sind im Moment die Abgaswerte der Autos. Die Industrie hat lange geblockt. Plötzlich wurde das Thema politisiert und die Käufer wollten auf einmal schadstoffärmere Autos kaufen. Peng! Die Industrie wurde auf einmal gezwungen zu reagiern. Und die Gesetzgebung tat dann ihren Teil dazu.



Das ist noch mal ne ganz andere Diskussion....aber auch sehr Interessant. Dort wird ja auch mit Steuern, Fahrverboten usw. versucht, das Leute sich nun Autos kaufen, welche gewisse Abgasnormen haben. Aber ist es nicht ein Trugschluss, das man Abgase spart, wenn man die neuen Autos kauft....wäre es nicht Sinnvoller, das die Leute ihren 20 Jahre altes Auto weiter fahren bis es auseinaderfällt und dann bei der Produktion von neuen Autos riesige Mengen an Materialien und Schadstoffen gespart wird?

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Dienstag, 4. September 2007, 22:55

Aber da sind wir ja auch wieder bei dem ewigen Thema.
Kauft kein Mensch neue Autos, haben die Firmen keinen Umsatz mehr, entlassen ihre Mitarbeiter, die stehen auf der Straße, haben keine Kohle für Einkäufe usw., usw.

Ich glaube, die ganz Sache hat noch einen entscheidenden Punkt, den wir hier vergessen:

Wir stehen derzeit am Rande eines wirtschaftlichen Wandels, nämlich in Richtung Dienstleistungszeitalter.
Jeder kennt doch die Geschichte vom Aufstand der Weber, als die mechanischen Webstühle durch die Erfindung der Dampfmaschine entstanden sind. Die Weber verloren damals vielfach ihren Arbeitsplatz, der Wandel zum Industriezeitalter war angebrochen.

Ähnliches passiert heute.
Vor etlichen Jahren kannte man noch kein Pizza-Taxi, China-Taxi, Windel-Taxi, Dachrinnen-Reinigungsunternehmen oder Bürohilfen.
Heute ist das ganz anders. Und laut Wirtschaftsfachleuten wird sich der Trend in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. Daran werden auch die Geschreie der Gewerkschaften nichts ändern.
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16

Mittwoch, 5. September 2007, 08:38

Zitat

Original von Tommy
...
Das ist noch mal ne ganz andere Diskussion....aber auch sehr Interessant. Dort wird ja auch mit Steuern, Fahrverboten usw. versucht, das Leute sich nun Autos kaufen, welche gewisse Abgasnormen haben. Aber ist es nicht ein Trugschluss, das man Abgase spart, wenn man die neuen Autos kauft....wäre es nicht Sinnvoller, das die Leute ihren 20 Jahre altes Auto weiter fahren bis es auseinaderfällt und dann bei der Produktion von neuen Autos riesige Mengen an Materialien und Schadstoffen gespart wird?


SEHR interessantes thema!

natuerlich hat Darek recht, wenn er auf die vielschichtigkeit des themas hinweist.

was mich nur wahnsinnig anstinkt ist die tatsache, dass die industrie und politik mir neue autos unter dem umweltaspekt zu verkaufen versucht.

fakt ist, dass ein altes angeblich umweltunfreundliches auto niemals mehr schadstoffe produzieren kann als energie benoetigt wird, um ein neues angeblich umweltfreundliches auto zu produzieren. und das beinhaltet sogar die alten diesel stinker.

diese luegen nerven mich ganz erheblich.
und dann fangen kommunen auch noch an ihre innenstaedte fuer alte autos zu sperren (stuttgart-feinstaubverordnung zb und ich glaube berlin diskutiert mittlerweile auch drueber). bedeutet fuer mich, dass ich wenn ich nach berlin zurueckkommen sollte, ich auf meinen alten mini wohl verzichten muss!
und die begruendung dafuer ist schlicht unsinn...


die dienstleistungsgesellschaft...
naja...
einen kleinen unterschied gibt es zu den webern schon. seinerzeit ging es darum die produktion effizienter zu machen. hinterher wurde aber immer noch produziert.
jetzt ueberleg mal, wenn mittelfristig nicht mehr produziert wird, sondern nur noch gedienstleistet...
also quasio ein kompletter systemwandel.

ist doch toll, wenn alle in der dienstleistung welcher art auch immer arbeiten und ploetzlich die supermaerkte leer sind, weil nichts mehr produziert wird.
pizza-taxi ohne pizza? dachrinnenreinigung ohne dachrinnen? etc.

mal ehrlich. da braucht es kein griosses wirtschaftsfachwissen, um zu sehen, dass dieser wandel nicht funktionieren kann. das sollten die herren wirtschaftswissenschaftler eigentlich auch sehen. aber das waere ja wieder unpopulaer...
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17

Mittwoch, 5. September 2007, 09:07

Ist das in England nicht auch schon so, das da Innenstädte für Autos gesperrt sind?

Ich find das eh schon wahnsinn, das ein Auto nach 3 Jahren schon "alt" ist, mal ganz zu schweigen vom enormen Wertverlust. Und gerade auch solche Autos fallen ja teilweise unter diese Feinstaubverordnung, dürften dann teilweise also in Innenstädten nicht mehr fahren.

Dienstleistungsgesellschaft kann eigentlich auch nur funktionieren, wenn es ein Mix aus beiden gibt, nur die Produktion wird ja immer mehr ausgelagert in andere Länder mit billigeren Löhnen, heißt die Dachrinne für den Dachrinnenreiniger kommt dann eben von weit her damit wir sie reinigen können ;)

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18

Mittwoch, 5. September 2007, 09:55

Zitat

Originally posted by Tommy
Ist das in England nicht auch schon so, das da Innenstädte für Autos gesperrt sind?
...


jein.

in london gibt es die "congestion charge", eine gebuehr fuer das durchfahren des innenstadtbereichs.
das hat allerdings weniger mit dem umweltschutzgedanken zu tun, als vielmehr mit der tatsache, dass die strassen nicht weit genug sind, um den verkehr aufnehmen zu koennen, der in der rush hour anfaellt.

die englaender haben zu ihren alten autos ein komplett anderes (gesuenderes?) verhaeltnis. das hat viel mit nostalgie zu tun und natuerlich mit der tatsache, dass es keine einzige englische (grossserien-)marke in die jetztzeit geschafft hat...
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Mittwoch, 5. September 2007, 12:46

Falk - Du hast natürlich Recht mit Deinen Gedanken. :luzik
Das weiß ich doch auch alles.
Und alle Beispiele hinken immer etwas. Außerdem hatten wir zum Zeitpunkt der aufständischen Weber noch keine EU, keine Ost-Erweiterung und keine Globalisierung.
Diese Tatsache kommt heute ja noch erschwerend hinzu.

Weiter wird es auch mit Sicherheit keine reine Dienstleistungsgesellschaft geben. Trotzdem ist allerdings definitiv ein Wandel in diesem Bereich zu verzeichnen. Auch kommt bei dieser Thematik noch hinzu, dass die Menschen - trotz des Rauchens - immer älter werden. Allein in diesem Segment (zunehmende Alterung der Gesellschaft) wird es in Zukunft weitere Dienstleistungstätigkeiten geben.

Das Problem der heutigen Zeit ist jedoch, dass wir zu viele ähnliche Firmen haben, die ähnliche Mitarbeiter beschäftigen, die ähnliche Arbeiten ausführen. Sie haben ähnliche Ideen und produzieren ähnliche Dinge, zu ähnlichen Preisen in ähnlicher Qualität.
Wenn wir nun dazugehören, werden wir es in Zukunft schwer haben. Marken, die auf unverwechselbare Persönlichkeiten aufgebaut sind, werden sich meiner Meinung nach von jedem Mitbewerb deutlich abheben und daher unverwechselbar sein.

Viele Menschen jammern im Moment nur. Ich stehe allerdings auf dem Standpunkt, dass wir heute in einer der chancenreichsten Zeit aller Zeiten leben, weil wir heute in einer Zeit mit den meisten ungelösten Problemen leben. Und diese warten auf die Problemlöser, also auf uns.
Ich glaube auch, dass viele Arbeitslose heute froh wären, wenn sie früher ihre Freizeit mehr dazu genutzt hätten, sich selbst weiterzubilden - fachlich und auch persönlich.

Nimm doch nur mal Dich als Beispiel. Du lebst heute in England. Warum? Ganz einfach - weil Du bereit warst, Dich "weiterzubilden" bzw. umzustellen. Wenn Du keinen Vorteil darin sehen würdest, hättest Du dies doch sicherlich nicht gemacht, oder?

Wenn wir etwas haben möchten, was wir noch nie hatten, müssen wir eben einfach das tun, was wir noch nie getan haben. Frei nach dem Motto: "Wer immer nur das tut, was alle anderen Menschen auch tun, wird auch immer nur das bekommen, was alle anderen bekommen". Die Frage ist nur, ob mir das dann reicht.
Mich zu ändern ist allerdings immer mit Unannehmlichkeiten verbunden. Aber - Nichts ändert sich, außer ich ändere mich! Und dazu sind viele Menschen heute einfach nicht mehr bereit, sie werden zukünftig das Nachsehen haben. Denn Arbeiter und Angestellte, die nur jemanden suchen, der ihnen am Ende des Monats "ihren Lohn" auszahlt, werden künftig keinen Arbeitsplatz mehr finden. Denn auch der "dumme Unternehmer" ist mittlerweile weitestgehend ausgestorben. Der durch den Angestellten gestiftete Nutzen für das Unternehmen MUSS größer sein, als die Kosten, die er verursacht.

Fachleute in den USA behaupten, dass in den nächsten 10 bis 15 Jahren ca. 90% der Angestellten-Positionen, wie wir sie heute kennen, nicht mehr in dieser Form vorhanden sein werden. Nach der "Blauzeug-Revolution" kommt jetzt die "Weißmantel- und Nadelstreif-Revolution". Auch der sogenannte "Homebusiness-Trend" spiegelt diese Situation wider. Viele Firmen richten immer mehr Teilzeit-Arbeitsplätze ein. Mein Bruder z.B. arbeitet heute schon zwei Tage in der Woche von zu Hause aus.

Früher galt immer der Leitspruch "die Großen fressen die Kleinen". Auch das stimmt heute so nicht mehr, denn heute fressen "die Schnellen die Langsamen". Es ist also daher nur die Frage, zu welcher der beiden Kategorien ich gehören will.

Soweit mal meine Gedanken dazu. Ich erhebe hier allerdings bestimmt nicht den Anspruch eines "Wirtschaftsweisen". :paluszkiem
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Mittwoch, 5. September 2007, 12:55

@Darek:

sehr clever mein lieber! :oklasky

dem kann ich jetzt einfach mal 100%ig zustimmen.

trotzdem interessant, wie wir es geschafft haben vom nichtrauchen ueber abgasproblematik zur gesellschaftskritik zu kommen...

ich liebe diese art von forendiskussion... :tak
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