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1

Dienstag, 9. April 2013, 14:03

Biomasse Polen

Aktuell arbeiten wir für zwei verschiedene Biogas Pipelines in Polen. In der einen Projektlinie geht es um biologische Abfallstoffe, da Polen ja spätestens 2015 die Deponien dicht machen muss.In der anderen Projektlinie werden ein Großteil von Abfällen aus den Zuckerwerken nebst Gülle/Hühnerkot und Maissilage als Substratmix geplant...

Gegen Biogas herrscht ja mittlerweile in D eine Menge Negativsentiment, imho oftmals wegen fehlender Aufklärung. Da geht es schnell in die Richtung Tank vs. Teller.

Wie seht Ihr das? Diskutiert gerne mit in der Runde..

Wie seht Ihr die Energiezukunft von Polen?
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ralph« (9. April 2013, 14:12)


olaf

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2

Dienstag, 9. April 2013, 14:22

... Zuckerwerke....
wie sieht's denn da mit dem Ammoniak aus ? Und mit der Filtration allgemein ? Interessiert mich beruflich...

Gruesse aus Oberschlesien
Olaf

Darek

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3

Dienstag, 9. April 2013, 15:59

Gegen Biogas herrscht ja mittlerweile in D eine Menge Negativsentiment, imho oftmals wegen fehlender Aufklärung. Da geht es schnell in die Richtung Tank vs. Teller.
Wegen fehlender Aufklärung? Wie meinst Du das?
Dass Nutzpflanzen für "unser täglich Sprit gib uns heute" draufgehen, ist doch mittlerweile kein Geheimnis mehr.
In Deutschland zumindest haben sich die ländlichen Strukturen dramatisch verändert, für Polen fehlt mir dazu ein wenig die Übersicht.

Für mich ist die gesamte Biogas-Geschichte ein ziemliches Desaster. Landwirte, die angeblich auf keinen grünen Zweig mehr kommen, sehen ihr Heil nur noch in der Schaffung von Biogas-Anlagen, zumal hier noch schön der Subventions-Euro rollt.
Ist ürbigens für mich genauso eine katastrophale Entwicklung wie die Milch-Subventionen.

Da werden Schlachtabfälle aus extremer Massentierhaltung verheizt, genauso wie Brot aus Überproduktionen, das immer dann anfällt, wenn Supermärkte kurz von Ladenschluß noch tonnenweise Brot und Brötchen aufbacken. Der Kunde ist ja König.

Viele "Land"-Wirte sind heute schon zu "Energie"-Wirten mutiert. Statt Mais und Getreide an ihre Tiere zu verfüttren (wobei z.B. Mais an Kühe zu verfüttern auch ein ziemlicher Nonsens ist) , packen sie das Futterzeugs lieber in Biogas-Anlagen.
Da es für die Landwirte mit größeren Biogasanlagen mittlerweile aber immer schwieriger wird, den wachsenden Bedarf an Biomüll und anderen organischen Reststoffen zu decken - früher kam das Material dafür oftmals aus der Gastronomie - sind die Landwirte heute darauf angewiesen, ihre Biogas-Anlagen mit Rohstoffen zu bedienen, die sie selber anbauen - Mais, Grünroggen, Getreide, Futterrüben.
Ist doch einfach nur noch krank!

Ich halte es daher eher mit Prof. Folkhard Isermeyer, Präsident des Thünen-Institus. Seiner Meinung nach reichen zukünftig Wind und Sonnenenergie vollkommen aus, die regenerative Versorgung auch ohne Energie aus Biomasse zu sichern. Biomasse für die Energiegewinnung sei daher ein Irrweg.

Ich selbst wohne in unmittelbarer Nähe von zwei Biogas-Anlagen und es ist einfach unglaublich, was da an Verkehrsaufkommen stattfindet. Bis tief in die Nacht rollen riesengroße Traktoren mit noch größeren Hängern, bis zur Halskrause vollgepackt mit Maisgeschnetzeltem....
Da braucht´s keine Menge Negativsentiments mehr, um zu sehen, dass hier irgendetwas schief läuft.

So, mein Lieber, next turn is yours... :rolleyes:
Signatur von »Darek« Wer schweigt, trägt Schuld an den Zuständen, die er beklagt!
Und wer vergisst ist verurteilt, dasselbe noch einmal zu erleben!

4

Dienstag, 9. April 2013, 16:20

Zitat von »Ralph«



... Zuckerwerke....
wie sieht's denn da mit dem Ammoniak aus ? Und mit der Filtration allgemein ? Interessiert mich beruflich...
Hallo Thomas,

Du meinst wegen dem Hühnertrockenkot? Obwohl ich kein Biochemiker sondern nur Kaufmann bin, weiß ich dass es dort keine großen Probleme mit gibt...Deutet deine Frage auf die Gärreste hin?
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5

Dienstag, 9. April 2013, 16:32

Hallo Darek,

dann lass uns doch einmal konstruktiv von vorn beginnen:

1.) Die Landwirtschaft hat nunmal Nebenprodukte wie Gülle, Hühnerkot, Schlachtabfälle die bislang ohne Biogasanlagen für reichlich Probleme gesorgt haben. (Übersäuerung der Böden, Trinkwassereintrag etc.) Dieses wird mittlerweile in D oft nicht mehr in die Diskussion mit einbezogen. In den 90ern konnten wir doch oft im April nur mit Umluft im Auto über die ländereien fahren...(mal bildlich gesprochen)

2.) Worauf sich Deine Meinung bezieht ist die deutsche BGA mit 250-500kW Verstromung und hohem Maisanteil. Diese dt. Nawaro Anlagen sind das Produkt des dt. EEG.Kurze Anmerkung:Die Trecker fahren übrigens immer, wenn Ernte ist, egal ob bei Rüben,Weizen oder Mais.

3.) In Polen gibt es keine Aufteilung zwischen NAWARO und anderen Substraten....Es ist also schlau, hier am Anfang ohne Mais und mit anderen organischen Abfällen zu planen...Die großen Zucht-und Schlachtbetriebe Für Aldi&Co. in D stehen übrigens in PL.

4.) Polen muss in absehbarer Zeit flächendeckend Wärmeversorgung ohne Kohleheizung wie bislang realisieren, da kann Methangas nur helfen. Die Alternative heisst sonst unter Umständen russisches Erdgas in wesentlich größeren Mengen zu importieren.

5.) Die reine Bereitstellung von Wind-und Solarstrom hat leider den Nachteil, dass sie werder grundlastfähig noch netzschonend ist. Beispiel: 23.01.2012 in D. An diesem Tag musste Deutschland an Österreich etliche MWh verkaufen, weil es zuviel in D gab, es war ein stürmischer, sonniger Wintertag. Je MWh bekam Österreich sogar noch 50€ oben drauf... verkaufen ist also das falsche Wort.
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olaf

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6

Mittwoch, 10. April 2013, 20:07

Servus Ralph,
der "Hallo Thomas" hat mich leicht irritiiert :D (9.4., 16.2o)

Bin auch nur Kaufmann, weiss aber, dass inner "cukrownia" grosse Menge Ammoniak entstehen und die dann "entsorgt" werden. Huehner-k.cke ist nichht so das Thema, sondern Kontakte zu Zuckerherstellern in PL oder auch D (Suedzucker usw).
Und genau, es geht um die "Gaerreste" aus Zuckerrueben und speziell um die Filtrierung im Herstellungsprozess. (EU-Zuschuesse, rechtl Fristen in PL bzw D fuer Anlagenerrichtung und -betrieb).

Da waere ja mal ein Tel angebracht, oder was meinst Du?
Gruss, Olaf

Gleich geht's los: Bayern-Juve :thumbsup:

7

Donnerstag, 11. April 2013, 07:02

Hallo Olaf,

sorry für den Synapsen Disconnect :rolleyes: Olaf/thomas klingt ja nichtmal ähnlich.. ?(

Also allles was Biochemie angeht würde ich an unseren Mann dafür weiterleiten bzw. Eure Daten austauschen...

Die Gärreste selber sollen lt. Planung als Heizpellets aufbereitet werden. Ist in Polen ja auch sinnvoller, da es besser ist mit diesen Pellets als mit Braunkohle zu heizen...

Soweit von mir. Wie gesagt, schicke mir gern Deine Daten als p.N. und ich bringe Euch zusammen..


Schöne Grüße
Ralph
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