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1

Donnerstag, 28. September 2017, 15:03

Hallo und gleich eine Frage

Guten Tag zusammen,

ich hoffe, dass ich mich hier einfach einmal vorstellen kann und mein Anliegen gehört wird.
Ich bin Sozialarbeiterin und unterstütze Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Ich habe eine Klientin die sich in einen polnischen Mann verliebt hat. Dieser wohnt bereits seit fast 5 Jahren in Deutschland auf der Straße. Er hat weder einen deutschen Pass noch einen polnischen. Somit ist er weder kranken versichert noch bezieht irgendwelche Leistungen. Er ist in Polen wohl geflohen, weil er dort einen Haftbefehl draußen hat. Hier in Deutschland saß er bereits wegen Körperverletzung mehrfach im Gefängnis. Zu allem übel ist er starker Alkoholiker.
So dies zum Rahmen dieser schwierigen Geschichte. Da er dringend ärztliche Hilfe in Form von Therapie benötigt und meine Klientin von ihrer Grundsicherung alles bezahlt (was sie nicht kann), wollten wir nach Hamburg zur Botschaft fahren, um einen Pass zu beantragen. Die Schwierigkeit ist nun, dass er sich nicht ausweisen kann und auch keine Geburtsurkunde o.ä. besitzt. Auch ist ihm seine PESEL Nr. nicht bekannt.
Ich habe versucht die polnische Botschaft anzuschreiben und mich mit der Thematik zu befassen, allerdings eher erfolglos.

Gibt es Menschen hier, die mir mitteilen können, was wir tun können? Seine Befürchtung ist zudem gleich festgenommen zu werden, wenn er die Botschaft betritt.

Ich würde mich sehr über hilfreiche Tipps und Hinweise freuen.

Vielen Dank fürs Lesen,

Sovay

Trewirski

unregistriert

2

Donnerstag, 28. September 2017, 20:52

....

Ist die Frage ernst gemeint? Wenn ja, dann stellt sich mir die Frage nach der Qualifikation der Themenstarterin.

Die verliebte Dame ist wohl in einer Co-Abhängigkeit, die dazu führt, dass man Dinge vermeiden will, nur damit sie ja nicht hoch kochen. Das hat mit Liebe nichts zu tun sondern macht die Sache nur schlimmer. Denn vor den Schwierigkeiten davon zu laufen, das hilft nicht. Wenn sie ihn liebt, gibt sie ihm einen Tritt und steht die Haftzeit mit ihm gemeinsam durch. Da ist die Therapie umsonst, einen Pass gibt es hinterher auch und das normale Leben kann danach beginnen.

Ich würde als anfangen der Dame zu helfen, ihre eigene Situation zu reflektieren.

3

Freitag, 29. September 2017, 10:05

Schade, dass man hier so begrüßt wird!

Ist die Frage ernst gemeint? Wenn ja, dann stellt sich mir die Frage nach der Qualifikation der Themenstarterin.

Ja die Frage ist ernst gemeint. Und zum anderen steht hier nicht meine Qualifiaktion zur Diskussion.

Die verliebte Dame ist wohl in einer Co-Abhängigkeit, die dazu führt, dass man Dinge vermeiden will, nur damit sie ja nicht hoch kochen. Das hat mit Liebe nichts zu tun sondern macht die Sache nur schlimmer. Denn vor den Schwierigkeiten davon zu laufen, das hilft nicht. Wenn sie ihn liebt, gibt sie ihm einen Tritt und steht die Haftzeit mit ihm gemeinsam durch. Da ist die Therapie umsonst, einen Pass gibt es hinterher auch und das normale Leben kann danach beginnen.
Ich würde als anfangen der Dame zu helfen, ihre eigene Situation zu reflektieren.
Es ist nicht die Frage gewesen, wie ich meine Klientin unterstütze.


Es ist die Frage nach einem polnischen, bürokratischen Verfahren, eines ihres Landsmannes...

4

Freitag, 29. September 2017, 10:34

In Berlin gibt es einen Verein wo sich Polnische Mitbürger hinwenden können, kann mir vorstellen das es so etwas in der Art auch in Hamburg gibt, evtl. einfach mal den Verein in Berlin anrufen und nachfragen. Kontaktdaten findest Du unter http://polkiwberlinie.de/

Alternativ mal mit der Deutsch Polnischen Gesellschaft in Hamburg in Verbindung treten, mitunter haben die auch Infos zu solchen Vereinen in Hamburg http://aktuell.dpg.hamburg/

5

Freitag, 29. September 2017, 12:06

Hallo Sovay, herzlich willkommen bei uns!

Ich sehe in der Situation, die Du beschrieben hast leider nur eine Lösung um auf legalem Wege einen polnischen Pass zu beantragen.
Der Mann muss sich stellen. Egal was Du unternimmst um an seine Pesel oder poln. Ausweis zu kommen und einen Pass zu beantragen, wird das die Polizei auch mitbekommen wenn er in Polen gesucht ist.
Einen Ausweis muss man in Polen persönlich beantragen.

Das einzige was vielleicht möglich wäre, jemanden aus seiner Familie/Freunde/Bekanntenkreis zu kontaktieren und in dem Ort (Gemeinde), wo er aus Polen her kommt drum zu bitten seine Pesel Nummer zu erfahren. Das wird ihn aber auch nicht weiter bringen weil sobald er den Pass in einer poln.Botschaft beantragt, wird er gefunden.

Wird er sich stellen, kommt er vielleicht in Haft, hat er aber SELBST den Willen aus dem Alkoholismus rauszukommen, wird ihm da dabei geholfen, da gibt es auch Sucht Therapien. Vielleicht kann die verliebte Frau ihn da unterstützen, wenn die Liebe dafür reicht ;-)
Hat er selbst nicht den Willen, hilft ihm gar nichts und schon am wenigsten SO "liebende" Frau.

Viele Grüße!
Signatur von »liwia« When nothing goes right, go left!

Trewirski

unregistriert

6

Freitag, 29. September 2017, 18:25

Frage

1. Die verliebte Dame ist die Klientin, und somit war die Frage natürlich, wie diese Klientin unterstützt werden kann. Darauf habe ich geantwortet. Wenn die Antwort nicht gefällt oder die Frage anders gemeint war als geschrieben, dann ist das nicht mein Problem.

2. Sovay spricht mir zu 100% aus dem Herzen. Und diese Sache ist so eindeutig, dass natürlich die Frage nach der Qualifikation aufkommt. Fragen Sie mal Angehörige von Suchtkranken, was die in den Suchtberatungsstellen zu hören bekommen. Nur wenn der Süchtige sich dem Problem wirklich stellen will, hat es überhaupt Sinn. Die Angehörigen müssen sich dessen aber zuerst bewusst sein (und nicht heimlich die Flaschen wegräumen). Also ist logischerweise der erste Schritt, die Angehörigen in die richtige Spur zu bekommen. Und nur dann, wenn deren "Liebe" reicht, den Süchtigen den richtigen Tritt in den Hintern zu geben, gibt es im zweiten Schritt eine Chance. Das ganze ist kein Ringelpitz mit Anfassen und geht typischerweise nicht ohne harte Konflikte über die Bühne.

Dr.pc

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7

Freitag, 29. September 2017, 22:50

Ich bin Sozialarbeiterin und unterstütze Menschen mit psychischen Erkrankungen.


Da muss ich mal Trewirski etwas in Schutz nehmen.
Wenn er/sie an deiner Quallifikation zweifelt, stellt mich die Frage auch.
Du bist ausgebildete oder anders Quallifizierte Sozialarbeiterin und solltest den korrekten Weg doch kennen.
Der „Safer Way“ ist der, sich dem Problem des Mannes mit allen Konsequenzen mit den Behörden auseinander zu setzen.
Wenn es Echte Liebe ist, steht man es auch gemeinsam durch.
Mir ist die Geschichte die du darstellst, nicht ganz suspekt und so nicht einfach glaubhaft für mich zu realisieren.
Ich unterstütze viele polnische Landsleute hier in Deutschland, aber so ein Fall ist mir, in den Jahrzehnten meiner Hilfsarbeit, noch nicht
unter gekommen.
Wenn du, wie du sagst, dich schon einmal an das Polnische Konsulat gewendet hast, war das ja schon einmal ein Behördengang und wenn es
einmal einen Haftbefehl gegeben hat, ist der Vorgang entweder verjährt, oder es gab keinen. Die Konsulate haben immer alle Haftbefehle die
noch aktuell sind vor Ort in Kopie.
Wer fünf Jahre in Deutschland lebt, ohne Papiere oder irgendeiner Identität, befindet sich illegal hier
Signatur von »Dr.pc« Moje Trójmiasto Gdańsk
Gdy Pomorze nie pomoże, to pomoże może morze, a gdy morze nie pomoże, to pomoże może Gdańsk.

Trewirski

unregistriert

8

Samstag, 30. September 2017, 00:36

Systemischer Ansatz

Kleiner Fehler: ich meinte natürlich liwia.

Es gibt in der Tat in der Psychologie den Systemischen Therapieansatz, der bestimmte Sachverhalte in den Lebensumständen der Klienten als unveränderlich gegeben hinnimmt und im Rahmen derer mit den Klienten Lösungsansätze entwickelt (bspw. Paarprobleme, Generationenkonflikte unter einem Dach). Diesem steht der Freud'sche Ansatz gegenüber, der eine tiefgreifende Analyse zur Ursachenfindung verfolgt. Der Systemische Ansatz sieht im Erfolgsfalle einen akzeptablen Kompromis vor. Dagegen steht nach einer Analyse am Ende oft der vollkommene Bruch mit der Vergangenheit.

Aber auch beim Systemischen Ansatz gibt es Grenzen, wo er nicht mehr weiter kommt. Nämlich dann, wenn die Fakten eine sinnvollen Kompromis verunmöglichen.

Ich bin weder Psychologe noch Sozialwissenschaftler noch ein anderweitiger Geisteswissenschaftler. Als einfacher Dörfler würde ich es so ausdrücken: der Syphon ist dermaßen verstopft, dass da ein bisschen Abflussreiniger nicht mehr hilft.

Verwendete Tags

Aufenthalt, Pass, PESEL

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