Beiträge von Heidi

    Hallo Christoph,

    wie geht es dir? Wenn ich deinen Bericht so lese, bist du ziemlich in der Gemeinde eingespannt. Es klingt aber auch so, dass du es ganz gerne machst, dennoch vom Arbeitsaufwand an deine Grenzen kommst.
    200 Stunden das ist irre viel. Die macht mancher berufstätige nicht. Wie schaffst du das überhaupt? Deine Familie muss eine große Geduld haben.
    Dazu noch Ergotherapie um die Motorik der Hände zu verbessern. Ein strammes und volles Programm.

    Ich wünsche Dir viel Glück und Freude bei allem was du machst. Aber auch, dass es mit der Gesundheit weiter aufwärts geht. Ich wünsche dir auch, dass du Grenzen ziehen kannst, wenn es nicht mehr geht und dass du Hilfe in der Gemeinde hast, wenn du sie brauchst, bzw. Aufgaben ggf. verteilen kannst.

    Alles Gute
    Heidi

    Hallo Bernd,

    ich komme erst jetzt dazu zu antworten. Manchmal hat das "echte und wirkliche" Leben Vorrang.

    Danke für Deine Ausführungen. Dein Bericht hilft mir, die Flüchtlinge zu verstehen, wie sie hier aufgenommen wurden und warum viele keine Emotionen zeigen konnten und noch immer nicht können.
    Die alte Heimat zurück zu lassen und flüchten zu müssen, oft nur mit der Kleidung, die man am Leib tragen konnte ist schon eine traumatische Erfahrung, die nie ganz vergessen werden kann. Auch wurden die "Fremden" nach dem Verlust der Heimat hier im Westen nicht gerne aufgenommen. Keiner wollte sie haben und sie wurden an den Dorfrand gedrückt.
    Bei uns war das so, dass sie Grundstücke weit am Dorfrand bekamen, wo sie ihre Häuser bauen konnten. Selbst, von Hand, mit Familienmitgliedern, Nachbarn und Freunden. Gegenseitige Hilfe war selbstverständlich. Dennoch kam die Integration nur schleppend in Gang. Die Flüchtlinge mussten doppelt so hart arbeiten um eine gewisse Akzeptanz in der einheimischen Bevölkerung zu bekommen. Da sind Emotionen Luxus und es gibt nur ein Vorwärts schauen.

    Der Mann, der das Elternhaus meiner Großmutter gefunden hat erzählte mir die bewegende Geschichte eines Mannes, der vor dem Grundstück stand, auf dem er jetzt in einem Haus wohnt. Das alte Haus stand nicht mehr, nach dem Krieg wurde das jetzige Haus gebaut. Der Mann litt schon etwas an Demenz, war aber mit seiner Familie dort und brach in Tränen aus. Er konnte sich an das alte Grundstück erinnern, mit dem Haus, die Umgebung usw. Der Verlust der Heimat wiegt sehr schwer und wurde von vielen Menschen tief vergraben, oft immer noch mit der Hoffnung, irgendwann einmal zurück zu kehren. Manche konnten es, aber andere haben ihre alte Heimat nie wieder gesehen oder konnten es nicht verkraften nach langer Zeit zurück zu fahren um zu sehen, dass fremde Leute dort wohnen.

    Auf einer meiner Reisen nach Schlesien habe ich ein paar "Heimattouristen" am Gerhard-Hauptmann Haus getroffen. Mit zwei Leuten konnte ich kurz vor dem Bus sprechen und sie meinten, die Kinder wollten ihre Geschichten nicht hören, nicht die Heimat kennen lernen. Sie wollten ihre Geschichte aufschreiben, falls mal irgendwann doch noch Interesse besteht diese zu lesen.

    Mein Vater war zu jung, wie du schon sagst. Meine Großeltern kann ich nicht mehr fragen, wie es war, die Heimat zu verlieren. Erklärungen wie die deine helfen mir zu verstehen, wie die Leute damals gefühlt haben. Bald ist keiner mehr da, der davon noch erzählen kann. Deshalb finde ich es wichtig darüber zu reden und auch die Geschichten zu erzählen.

    Im Moment leise ich ein Buch von Hilke Lorenz: Heimat aus dem Koffer. Vom Leben nach Flucht und Vertreibung. Viele Bewegende Geschichten finde ich darin. Auch sie helfen mir zu verstehen.

    Herzliche Grüße
    Heidi

    Einen Teil habe ich gewusst... aber das es so krass ist, das nicht.

    Aber wie dagegen angehen? Die Atomenergie / Industrie hat ja eine gute Lobby in der Politik. Sonst würde das alles nicht so gehen. Unfälle werden tot geschwiegen, Krankheitsfälle mit dem Verdacht, dass es mit der Atomenergie zusammenhängt möglichst vertuscht.

    Tja, also kann man sich an allen 10 Fingern abzählen, dass auch hier irgendwann die Zeitbombe hochgeht. Nicht immer wird es so gut ausgehen wie in Hamburg. Und was dann?

    Traurig, Traurig,

    die Grundwasserverseuchung in Fukushima ist um das 15-fache gestiegen (lt. einem Bericht in der WELT).
    Jetzt darf Japan die Olympischen Spiele 2020 ausrichten und schon kommen weitere Horror-Meldungen. Ein Schelm, der sich böses dabei denkt.


    Wer jetzt noch sagt, dass Atomenergie beherrschbar sei, der soll mir mal sagen wie? Letztlich sind Naturkatastrophen nicht kalkulierbar, bzw. keiner kennt die Auswirkungen.
    Wie viele Atomkraftwerke dieser Art kann die Welt vertragen?

    Vor ca. 27 Jahren war es Tschernobyl - und das Kraftwerk strahlt noch immer, noch immer werden Leute krank oder sterben an den Folgen des Reaktorunfalls. Es vermieden, Krebs als Todesursache anzugeben... die Behörden werden wohl wissen warum :(

    Ich hoffe, die Menschheit wird von weiteren schweren Unfällen verschont.

    Meine Eltern haben keine Beziehungen mehr nach Polen. Mein Vater hat lange Zeit die Heimat nicht erwähnt und ich wusste nur, dass er aus Schlesien kommt. Er war damals ca. 6 Jahre alt, als die Familie flüchten musste.
    Mein Großvater kommt aus Krummöls (heute Oleszna Pdogórska) bei Lubomierz (dem heutigen Hollywood Polens) und meine Großmutter kommt aus Kiesewald (Michałowice) bei Petersdorf /Piechowice. Das liegt bei Szkarska Poręba.
    Krummös liegt ca. 25-30 km von Hirschberg weg. Also alles dicht bei der Grenze zu Deutschland.

    [size=10]Lange hatte ich nach dem Geburtshaus meiner Oma gesucht, bin selbst 2x dort gewesen um es zu suchen. Erst über ein Foto im Internet habe ich es gefunden. Jemand, der in dem Ort lebt hat es erkannt und mir geschrieben. Das war ein glücklicher Zufall. Er hat mir dann noch einige Unterlagen geschickt, wie das alte Dorf ausgesehen hat und mir aufgeschrieben, wie ich das Haus finden kann. Es zeigte sich, dass ich aus Erzählungen heraus an einer völlig falschen Stelle gesucht habe. Ich bin dann noch einmal hingefahren und er mir das Haus gezeigt. Da wir angekündigt waren, habe ich mir alles von außen ansehen können. Das war für mich nicht selbstverständlich. Auf meiner Suche habe ich 4 Tage in Krummöls übernachtet und mir die Orte angesehen, die mir wichtig waren - aber auch einige Sternfahrten in das Hirschberger Tal gemacht, welches Landschaftlich eine Augenweide ist. Es war mir ein Bedürfnis, in dem Ort zu übernachten, wo mein Vater die ersten Jahe seines Lebens verbracht hat.[/size]

    Meine erste Erfahrung habe ich mit 14 Jahren gemacht, als meine Eltern mit uns Kindern nach Schlesien / auch ins Heimatdorf meines Vaters (Krummöls) gefahren sind. Damals habe ich mich für all das überhaupt nicht interessiert. Das kam erst vor ca. 10 Jahren, als ich aus Spaß angefangen habe polnisch zu lernen, da ich beruflich mit ein paar Polen zu tun hatte. Zu diesem Zeitpunkt habe ich angefangen Fragen zu stellen. Mein Vater besteht darauf, dass er nun hier zuhause ist (Niederrhein), was ich nachvollziehen kann, denn er war ein kleines Kind damals. Allerdings ein Cousin von ihm, mit einem wunderbaren Gedächtnis hat seine Kindheit in einem kleinen Büchlein aufgeschrieben, so dass ich viel von der Flucht und den Entbehrungen der Familien damals nachvollziehen konnte.

    Lange habe ich gedrängt, so dass wir (Meine Eltern und ich) im vorigem Jahr eine Reise durch Polen gemacht haben und auch die Dörfer besucht haben, die die Familie betreffen. Das Elternhaus meines Vaters ist mittlerweile umgebaut und als solches nicht mehr zu erkennen. Das einzige Mal wo ich Emotionen bei meinem Vater gespürt habe, das war in Kiesewald, wo seine Mutter her stammt. Als wir auf dem Grundstück waren und gefragt haben, ob wir es von außen noch einmal ansehen dürfen. Er hat es wieder erkannt, obwohl auch stark umgebaut. Da kamen wohl wieder einige der Erinnerungen hoch. Es war noch einmal schön zu sehen, mit ihm gemeinsam, wo er zur Schule gegangen ist, wo er als Kind gespielt hat.

    Ich kann mich vage erinnern, dass meine Großmutter schlesisch gesprochen hat. Zur polnischen Sprache gibt es keine Verbindung. Allerdings fühle ich mich, seitdem ich jetzt schon mehrfach in Polen war, dem Land sehr hingezogen. Woher dieses starke Gefühl kommt ist mir immer wieder unbegreiflich.
    Auch lerne ich noch polnisch, aber schon lange nicht mehr intensiv. Eher um die Worte, die ich mal gelernt habe, nicht zu vergessen. Dafür besuche ich einen VHS-Kurs.

    @ Bernd:
    Es ist toll die Ahnen so weit zurückverfolgen zu können. Irgendwann möchte ich das auch einmal. Mir bleibt im Moment nur das Stammbuch der Familie meines Großvaters und Großmutter, die es damals auf der Flucht retten konnte. Bedingt durch den "Arier-Nachweis" stehen da 2 Generationen drin [size=10] [/size]:)[size=10] [/size]

    [size=10]Der Cousin meines Vaters erzählte, warum die Familie, bzw. die Krummölser hier in Deutschland so weit verstreut ist. Die Flüchtlinge wurden in Eisenbahnwaggons verfrachtet und diese Waggons wurden einzeln den Ortschaften in Deutschland zugeteilt. Das hat damals ganze Familienbande auseinander gerissen. [/size]
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    [size=10]@ Hartmut[/size]
    [size=10]Es ist nicht leicht, die polnische Sprache zu erlernen. Und als Kind hat man sicher andere "Sorgen" als so eine fremd klingende Sprache. Aber wenn man die Sprache so weit kann, dass man sich verständlich machen kann erleichtert es bei der Spurensuche vieles [/size][size=10] [/size]:)[size=10] [/size]
    [size=10]
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    [size=10]Euch allen noch einen schönen Sonntag.[/size]

    Hallo Bernd,

    herzlich willkommen hier im Forum. Sind deine Eltern polnischer oder deutscher Abstammung?
    Schlesier ist ein weiter Begriff und Polen, sowie Deutsche haben in Schlesien ihre eigene Geschichte.

    Mein Vater stammt ursprünglich aus Schlesien und ist deutscher Abstammung. Vor einigen Jahren habe ich angefangen meine Wurzeln in Schlesien zu suchen und habe die Dörfer besucht, woher meine Familie ursprünglich kommt. Eine sehr gute Erfahrung.

    Ich trinke viel (Zimmer warmes Mineralwasser), gehe spät schlafen, da ich bei der Hitze nicht gut schlafen kann. Da wo ich einen Ventilator habe, lasse ich ihn laufen.
    Morgens noch mal schnell überall lüften, dann die Zimmer mit Rollos so dicht wie möglich machen, so bleibt es wenigstens etwas kühl im Haus.
    Etwas langsamer nach Hause von der Arbeit fahren, im Auto habe ich Klimaanlage. Halte mich aber an die Regel nicht mehr als 5 Grad unterschied. Zumindest in den letzten 15 Minuten ;)
    Hat auch bisher geklappt, denn eine Erkältung blieb bisher aus.

    Oder mit dem Fahrrad zur Arbeit (E-Bike). Da habe ich Fahrtwind und das tut auch ganz gut und morgens geht es auch noch von den Temperaturen her.

    Das mit dem Kühlakku im Bett probiere ich heute mal aus :)

    :dokuczacz .... der Koch wollte den Hecht nur für sich behalten.... der war nicht zu kurz - im 3. Versuch landete er dann doch an Tommys Angel um schließlich in unsere Mägen zu wandern :oklasky

    Szybko szybko haben Benki, Stazki und Olaf geholfen, das Prachtexemplar aus dem Wasser zu ziehen und anschließend Grillfertig gemacht :haha

    Ja, dass nenne ich Teamarbeit :oklasky

    So konnten wir dann Abends am Lagerfeuer und in Mückenschwärmen (ja selbst gegen Autan waren die Biester immun) diesen tollen Hecht genießen :mniam

    Den hatten wir uns aber auch verdient. Schließlich haben Benki und ich schon 3 Stunden vorher am Tag auf dem See gerudert um das Raubtier an die Angel zu locken :ROTFL Unser Kaptiän Tommy gab Anweisung wohin. Tja, fast hätte es Abends zum Grillen dann doch nur Wasserpflanzen und Algen gegeben. Sollen doch auch sehr gesund sein oder? :plotki

    Wobei Rudern ja auch gelernt sein will.... ich musste noch üben. Als Hilfsmatrose war ich für die Schlangenlinien über'm See zuständig. Aber nur um den Hecht zu verwirren, damit er endlich an die Angel geht :stres


    Wozu leichte Sandalen und 2 kleine Wasserflaschen ausreichen zeigen diese Fotos. Immerhin konnte ich im ersten Abschnitt noch die Natur genießen und die Kamera halten. Am anderen Ende des Sees kroch ich schon fast entkräftet auf allen Vieren in der Hoffnung, es kommt ein Boot vorbei, damit ich Ratunku Ratunku rufen kann. Aber in der Wildnis war ich halt auf mich allein gestellt. Na ja, alles was nicht tötet härtet ab und beim nächsten Mal nehme ich zumindest 3 kleine Flaschen Wasser mit :boisie


    Hier war dann vermutlich ein Biber am Werk. Die werden wir uns dann auch noch dressieren (wie Susi die viel dazu gelernt hat "Schad") uns die Baumstämme Lagerfeuerfertig abzunagen. Das müsste doch zu machen sein oder? Niemand müsste mehr sägen, die Späne könnten wir zum Feueranzünden benutzen usw. Also Leute das wäre doch mal eine Überlegung wert oder? Wie müsste dann der Befehl lauten? :whistling:

    Neben dem Feuer gab es dann noch Abendstimmung zu genießen. Zur Blauen Stunde wurden dann noch einmal von Annawob und mir die Stative gezückt um Fotos zu schießen. Einfach toll, wenn der See abends glatt da liegt und sich die Lichter von Lubniewice und der Mond darin spiegeln. Ach, seufz.... schade, dass ich schon wieder hier zuhause bin.

    Damit uns nicht langweilig wird, gab es dann zum Schluss am letzten Abend noch mal ein kräftiges Gewitter. Fast hätte unser kleiner Hecht, der 5 cm zu kurz war auf dem Grill dran glauben müssen. Choma schüttete eimerweise Wasser auf ihn :boisie , da der Wind die glühende Asche in alle Richtungen verteilte. Aber wir hatten Glück. Der Kurze war schon gar. (Puhhh.... Glück gehabt!!!!)


    Wir sehen also.... so ein Treffen bildet! Jeden Tag lernen wir neue Worte die alltagstauglich sind. "Schad" kann man ja auch mal beim Partner ausprobieren und wenn wir szybko szybko sagen nimmt er/sie es uns bestimmt nicht krumm das wir meinen, er soll endlich seine Beine in die Hand nehmen und sofort herkommen. Es gab Gratis-Überlebenstraining im tiefen Wald und wie erkenne ich, dass ich mich noch auf dem Wanderweg befinde.

    :zlezkawoku Schade, dass die Zeit so schnell vorbei war. Also was soll ich sagen, insgesamt eine tolle Woche die richtig viel Spaß gemacht hat. Ich freue mich auf das nächste Treffen :hura :hejka :ROTFL