in deutschland beklagen sich immer die gleichen leute, dass hier traditionen verloren gehen, und man es ueberall "woanders" besser macht...
vielleicht sollten sich diese menschen auch einmal klar machen, dass sie selbst dafuer verantwortlich sind, ob traditionen verloren gehen oder erhalten bleiben.
das ist das typische konsumverhalten, zu erwarten, dass einem die tradition auf dem silberteller serviert wird...
und bei konsum sind wir ja gleich beim thema nummer 1 zu weihnachten...
ein jeder regt sich darueber auf, dass weihnachten zum konsumfest verkommt, bei dem nur noch gekauft, gekauft, gekauft wird.
naechstenliebe rueckt in den hintergrund...
interessanterweise sind die gleichen menschen enttaeuscht, wenn zu weihnachten die geschenke nicht eine mindestgroesse/preis entsprechen.
so ist das eben, wenn manin einer wohlstandsgesellschaft lebt, welche dem konsum huldigt.
kann man dort noch traditionen am leben erhalten?
man kann.
wer weihnachten noch als fest der naechstenliebe erkennt, der solle sich allerdings fragen, ob ich tatsaechlich diese naechstenliebe auf einen einzigen tag im jahr begrenzen sollte.
wenn ein jeder den menschen in seiner umgebung (zb familie) ueber das jahr hinaus kleine aufmerksamkeiten zuteil werden liesse (nicht nur materielle!), koennten wir uns an weihnachten wieder auf das urspruengliche besinnen, anstelle unser schlechtes gewissen durch die groesse unserer geschenke zu bereinigen...
ach ja...
meine weihnachtsgeschichte(n) oder episoden, wie kasia sie urspruenglich erfragt hatte...
weihnachten ist bei uns meist sehr verkrampft, da fuer meine stiefmutter dieses fest "funktionieren" muss. es gibt wie immer uebrigens die weihnachtsgans! fuer meine vater gibt es meist rouladen, da er kein gefluegel mag. auch ich greife von jahr zu jahr mehr zu den rouladen (die mein vater uebrigens in einer aussergewoehnlichen qualitaet selber kocht) grosse geschenke haben wir erwachsenen zwischen uns vor einigen jahren abgeschafft, so dass sich eltern und grosseltern auf die enkelkinder konzentrieren koennen.
leuchtende kinderaugen sind ja auch schoener anzuschauen, als das augenverdrehen ueber socken und krawatten.
trotzdem schenken wir uns gegenseitig auch kleinigkeiten, die mit der jeweiligen person zu tun haben. es ist uebrigens viel schwerer mit einem kleinen budget ein geschenk zu machen, als mit einem grossen. ploetzlich muss man nachdenken, statt blind zu kaufen...
bevor wir am abend essen und geschenke auspacken schmuecken wir "kinder" den baum im garten meiner eltern im laufe des tages, waehrend meine eltern kochen und den tisch herrichten.
meine stiefmutter will auch immer weihnachts-cd's hoeren und ich erinnere mich, wir wir (meine brueder und ich) als wir etwas juenger waren die cd's immer versteckt haben, weil das einfach zu furchtbar kitschig war...
da sie franzoesich lehrerin ist war die alternative franzoesische chansons (!) zu hoeren... die weihnachts cd war im naechsten jahr an ihrem platz zurueck im cd staender...
als wir noch kinder waren mussten wir wenn der weihnachtsmann kam immer in unserem zimmer warten und wir konnten hoeren, wie er ueber den flur ging mit seinen schweren stiefeln und dann wieder ging...
oder in einem anderen jahr wuirden wir mit dem hund gassi geschickt und der weihnachtsmann brachte die geschenke just in diesem moment!!!
wie auch immer, den weihnachtsmann haben wir nie persoenlich getroffen, was die faszination erheblich steigerte...
dieses jahr ist das erste mal, dass meine gesamte familie ueber weihnachten zu meinem juengeren bruder nach florida (er arbeitet dort) fliegt und ich nicht mit dabei sein kann...
aber ich weiss, dass sie mich zumindest anrufen werden und wir weihnachten eben uebers telefon feiern. das wichtigste bleibt eben doch das gefuehl geliebt zu sein und dieses gefuehl zu teilen... 