rhodostina:
vincent besucht zwar eine waldorfschule und war auch im entsprechenden kindergarten, schlicht, weil das konzept das uns am meisten zusagende war.
ich persoenlich bin gegen jede art von dogma.
die anthroposophie ist interessant und hat eine menge gute punkte in sich, andere sind meines erachtens beinahe weltfremd (beispiel fernsehen...). von daher kann ich deiner denkweise nur 100%ig zustimmen...
ich erinnere mich, als vincent (mein sohn) im kleinstkindalter war, ob ich denn nicht erziehung und die verantwortung als sehr schwer empfinden wuerde...
die einzige antwort, die ich darauf geben konnte war:
"nein. im grunde ist es, dass ich endlich meinem eigenen spieltrieb wieder nachkommen kann und mal den alltagsbelastungen wie job, einkaufen, wohnung putzen etc entfliehen kann. das ganze verkauft sich dann als erziehung..."
die welt mal wieder durch kindesaugen betrachten und euer kind auf seinem weg begleiten. das gute dabei ist, dass man fuer sich selbst wieder eine gewisse naivitaet entdeckt, die uns leider all zu haeufig aberzogen wird...
ein anderer wichtiger punkt im aufwachsen ist koerperliche naehe und vertrautheit, welche sich daraus entwickelt.
als vincent noch saeugling war hat er immer bei uns im bett geschlafen. das hat mehrere vorteile. zum einen fuehlt sich das kind nie allein, zum anderen ist es fuer die mutter einfacher und bequemer nachts die brust zu geben ohne extra aufstehen zu muessen.
kommentare wie 'du kannst dein kind im schlaf zerquetschen' will ich hier gar nicht hoeren. es gibt auch leute, die sagen muttermilch sei schaedlich...
weiter haben wir vincent die ersten drei jahre so gut wie nie in einem kinderwagen gehabt. mit kinderwagen entsteht distanz. naehe ist auch hier wichtig, also haben wir vincent getragen (naja... meist ich, weil schwer und mama hatte ihn ja die neun monate vorher getragen).
worin das alles resultiert?
vincent hat bisher nie ohne grund geweint (also nur, wenn er sich tatsaechlich weh getan hat oder als er kleiner war und hunger hatte) und als er anfing zu laufen konnte ich ihn gleich loslassen und die erklaerung am starssenrand zu warten hat voellig ausgereicht.
warum?
gelerntes, verstandenes und gefuehltes vertrauen...
erziehung ist wirklich nicht 'rocket science' wie sie hier in england sagen (raketenforschung...). es lassen sich keine regeln einhalten, da es keine regeln geben kann. kinder sind individuen und muessen dementsprechend unterschiedlich behandelt werden, damit sie unbeschwert sich selbst entfalten koennen.
bitte nicht falsch verstehen! dass es keine regeln gibt, bedeutet nicht, dass es nicht gewisse prinzipien gaebe!
kindererziehung hat sehr viel damit zu tun, zu spueren was richtig ist. viel laeuft auf einer weniger rationalen ebene ab und das ist, wo wir erwachsenen von unseren kindern (wieder er-)lernen koennen...