Beiträge von Falk

    natuerlich muss man sich seiner selbst immer bewusst sein, egal wo man sich aufhaelt.
    die konturlosigkeit waere ja furchtbar.

    du musst aber auch nicht die eigene identitaet aufgeben, wenn du ins ausland gehst.
    eher im gegenteil.

    in chile habe ich in jeder stadt einen 'deutschen verein' gesehen, wo sich die nachfahren der ersten auswanderungswelle mitte des 19. jahrhunderts ihre traditionen bewahren. ich habe das seinerzeit mit einem gewissen unverstaendnis wahrgenommen. heute, wo ich einige jahre von deutschland weg lebe, sehe ich das deutlich differenzierter.

    mein aufenthalt in england (auch mit den von dir genannten pub-bewohnern) hat mir geholfen mein eigenes 'deutsch sein', ueber die unterschiedlichkeit mit den locals zu definieren.

    hier erst konnte ich im wortsinn flagge zeigen, etwas, dass ich in deutschland nie gewagt haette, da ich nicht in eine gewisse politische ecke gedraengt werden wollte. mehr noch hatte ich in deutschland nie das beduerfnis die flagge zu hissen (fussball wm oder em oder wann auch immer).

    AAABER!
    ich zeige hier auch genausogern die britische oder englische flagge bei gegebenem anlass. da gibt es hier um die ecke einmal jaehrlich die spitfire proms (eine art klassisches konzert mit ueberflug einer original spitfire aus dem ww2), bei dem alle im park eines alten herrenhauses zusammenkommen und kraeftig flaggen schwenken und sich sehr britisch fuehlen...
    und ich muss gestehen, dass die emotionen beim ueberflug der spitfire (quasi das flugzeug, dass die wende im deutsch-englischen krieg brachte) so stark sind, dass selbst ich als deutscher begeistert das union jack schwenke und dabei einen kloss im hals habe...

    das hat nix mit identitaetsverlust oder uebertriebener integration zu tun, sondern vielmehr mit toleranz, open mind und vllt ein klein wenig opportunismus zu tun.

    hier im buero im alltag hingegen schaetzt man mich wegen meines 'deutsch seins'. puenktlich, ehrlich und immer sagen, was man denkt. letzteres faellt dem englaender ja sehr schwer...

    gerne werde ich hier auch auf das fussball wm finale 1966 angesprochen und angewitzelt. ein kurzer hinweis auf die anzahl sterne auf der brust genuegt meist, um wieder fuer geordnete verhaelltnisse zu sorgen...

    und zum thema bigos-shop...
    ich habe hier gerade neulich einen schoenen strassenmarkt in Sheffield besucht und mich sehr gefreut, dass ich dort thueringer rostbratwurst auf deutsch bestellen konnte waehrend um die ecke polnisches bigos aus der riesenpfanne angeboten wurde.

    der pole, der ein bigos-geschaeft in england (oder sonstwo) aufmacht ist besser beraten, wenn er seine zielgruppe ausweitet und nicht nur landsleute als target hat.
    das bedeutet aber arbeit und eben auch einen gewissen integrationswillen.
    einen vorwurf wuerde ich da auch auf gar keinen fall machen wollen (dafuer schmeckt bigos eh zu gut), aber der schwerpunkt deines schlusssatzes waere in dem kleinen woertchen 'zunaechst' zu setzen, denke ich.

    der sprung ins kalte wasser ist meiner erfahrung nach jedoch erfolgversprechender...

    Zitat

    Original von Matti
    ...
    Und da ihnen das wohl eher schlecht als recht gelingen wird, werden in vier Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit wieder die Republikaner den Präsidenten stellen.

    dann koennte ja sarah palin doch noch ihren traum verwirklichen...
    [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,588468,00.html]http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,588468,00.html[/URL]

    klar wird das jetzt hart. aber wie auch immer es kommen wird, ich hoffe doch, dass obama das ein oder andere zeichen setzen kann...

    bemerkenswert finde ich allerdings die deutlichkeit des wahlergebnis...

    ein jeder, der den schritt ins ausland geht verdient einen gewissen respekt. rueckwanderer oder nicht.

    aber ich glaube, dass eben das von dir zitierte 'es mal in anderen Kulturen versucht zu haben' findet meines erachtens im grossteil der faelle nicht statt.

    wegen der familienbindung gehen die meisten ins ausland mit dem erklaerten willen geld zu machen und dann nach einigen jahren nach hause zu kommen. integration findet da nicht statt, da eben nicht noetig. ist ein bisschen, wie ein laaanger urlaub. im urlaub passen sich die meisten ja auch nicht den oertlichen gepflogenheiten an (was ich auch als nicht richtig sehe).

    eben dieser erklaerte wille zur nicht-integration ist es, der es den polen immer schwer machen wird, wo auch immer sie hingehen. ich seh das ja auch hier in england. da ist immer eine gewisse skepsis vorhanden gewesen und mit der jetzigen krise schlaegt das teilweise gar in ablehnung um.

    ich will jetzt aber auch nicht falsch verstanden werden, dass ich den polen die alleinige schuld an so einer situation gebe. generell laesst sich das auf andere gruppen uebertragen, wie ja von lars726 auch geschildert.

    ich denke halt, dass wir mehr lernen koennen, wenn wir reisen und vielleicht einige zeit woanders leben, als wo wir aufgewachsen sind. als mensch waechst du an solchen herausforderungen und es foerdert die allseitige toleranz...

    @mulder

    das klima dort taete mir schon gefallen. bin immer mehr der extrem hitzen mensch gewesen (kenn das ja auch aus suedamerika), weshalb ich hier in england gerade ganz schoen leide.
    ausserdem habe ich nach 4.5 jahren regen genug feuchtigkeit fuer den rest meines lebens mitbekommen... :oczko

    eigenes geschaeft kaeme fuer mich in vae eh nicht in frage. ich wuerde gern befristet gehen und ein paar dirhams auf die seite legen, um dann einen grundstock zur existenzgruendung in d zu haben.
    nur waehrend dieser zeit waere ich sehr versucht auch etwas von der kultur des landes und den eigenheiten der locals mitzunehmen.

    ueber die kolonnen von billigarbeitern, die zur baustelle gekarrt werden mach ich mir mal weniger sorgen. als architekt vertrau ich einfach mal drauf, dass ich alleine ins buero fahren darf... :oczko

    das unverheiratet zusammen leben wird zumindest in dubai geduldet, solange dich keiner anschwaerzt. sollte das passieren kann die justiz nichts anderes tun, als dich zu verurteilen. ein ermessensspielraum ist in der islamischen justiz quasi nicht vorgesehen. low-profile waere also angesagt.

    aber wie gesagt. wir hinterfragen mittlerweile sehr kritisch.
    versucht bin ich dennoch...


    und zum thema reisende europaer...
    mallorca ist englisch! nicht deutsch... :ROTFL

    na klar.

    die probleme der tuerken sind da noch ein stueck groesser, wenn du von zwischen-zwei-kulturen-haengen sprichst.
    kann ich komplett nachvollziehen. das fuer tuerken alles uebersetzt und entsprechend sprachgewandte aerzte, schwestern etc gesucht werden liegt schlicht daran, dass sie die groesste auslaendische volksgruppe darstellen, was ja auch okay ist.

    die moscheen geschichte ist bei oberflaechlicher betrachtung relativ schwierig nachzuvollziehen. du wirst in muslimischen laendern kaum ein christliches gotteshaus finden, waehrend es andersrum scheinbar funktioniert.
    man muss dazu sehen, dass der islam im tagtaeglichen bewusstsein seiner anhaenger viel staerker verwurzelt ist, als das christentum bei seinen anhaengern.
    ich hab mich an andere stelle mal darueber geaeussert, dass islam die staerkere religion sei. das ist aber eine andere geschichte, zu der wir gerne einen extra thread aufmachen koennen.
    das christliche gotteshaus ist dem islamisten ein groeberer schlag ins gesicht (gelinde gesagt), als die moschee dem christen...

    zurueck zum thema...
    ich verstehe halt nicht, wie der dank und respekt dafuer sehr oft aussieht, in einem land zu leben, dass einem eine menge moeglichkeiten eroeffnet. und das meine ich jetzt prinzipiell fuer jede volksgruppe, die wo auch immer hingeht.
    am anfang steht die entscheidung das eigene land zu verlassen, dann waehlt man eines fuer die persoenlichen zwecke geeignetes aus und wenn man dort ist, dann soll man doch bitte versuchen mit den gepflogenheiten zurecht zu kommen.

    wir denken gerade darueber nach, nach dubai oder abu dhabi zu gehen. das waere eine massive umstellung! und nach anfaenglicher euphorie ueber die wirtschaftlichen moeglichkeiten, haben wir uns jetzt etwas genauer hinterfragt, ob wir diese umstellung wirklich wollen. denn das letzte, wie das ablaufen sollte waere, dass wir nur mit anderen westlichen gastarbeitern zusammenhaengen...
    aber die kultur ist natuerlich schon extrem anders. das faengt mit speziellen alkohollizenzen an und hoert bei ausweisung von nichtverheirateten paaren, die zusammen unter einem dach leben noch lange nicht auf...

    ReniA:
    ja natuerlich kennen wir hier auch einige polen, welche sich hier sehr wohl fuehlen. sie sind allerdings in der minderheit.
    selbst Magda musste ich quasi umerziehen, da sie am anfang als wir miteinander ausgingen auch immer anti-uk eingestellt war. ich hab ihr relativ schnell klar gemacht, dass ich solch verhalten unangemessen finde... naja. die tatsache, dass wir immer noch ein paar sind, scheint meinen standpunkt zu untermauern... :oczko

    "home is where your heart is"...
    ich habe selbst einige zeit in suedamerika gelebt und bin jetzt bereits im 5ten jahr in england, nehme mir also heraus hier eine meinung haben zu duerfen...

    ich persoenlich sehe die sache zweigespalten wie du sie schilderst. solche geschichten passieren ueberall dort, wo sich viele polen im ausland aufhalten.

    einerseits finde ich die heimatverbundenheit ja sehr gut, da sie klarerweise teil einer jeden identitaet ist. leider uebertreiben es die meisten polen im ausland gewaltig. nichts dagegen einzuwenden ins ausland zu gehen, um ein wenig geld beiseite zu verdienen. hier in england (und so auch in irland) hoere ich sehr oft von polen, dass sie es hier nicht leiden koennen.

    um ehrlich zu sein, denke ich sehr oft, dass sie dann einfach gehen sollten. sie koennen hier ein besseres leben leben als in polen. dann sollten sie aber auch versuchen, sich ein wenig einzugliedern und aktiv teil der gesellschaft zu werden.

    als ich nach england ging habe ich jeden kontakt zu allem deutschen vermieden, bis sogar zu dem punkt meine familie in berlin im ersten jahr kaum mehr zu kontaktieren.
    ich wollte halt eintauchen, um zu sehen wie es mir hier gefaellt.

    die meisten polen geben sich diese chance nicht.
    ich hab hier massen vonleuten, die hier jammern, dass sie nach drei jahren in england immer noch kein richtiges englisch sprechen koennen.
    besuchst du sie dann aber, dann sehen sie per satellit polnisches tv, hoeren polnisches radio, telefonieren taeglich mit der familie in polen, lesen buecher und zeitungen in polnisch, haben meist ausschliesslich polnische sozialkontakte etc...
    was erwarten die dann? dass ihnen die englische sprache auf dem silbertablett serviert wird, ohne was dafuer zu tun?

    ich persoenlich finde das eine kranke einstellung. wenn ich mich schon fuer das ausland entscheide, dann sollte ich da auch mit einem offenen geist hingehen, sonst lerne ich nix und ergo gibt es keinen fortschritt... "was hast du in england/deutschland/sonstwo gelernt/erfahren?" - "nix, was ich nicht auch in polnischen nachrichten haette lernen koennen..."

    armutszeugnis meines erachtens, und verpasste chance.

    einer meiner polnischen freunde verglich das verhalten seiner landsleute mal mit heuschreckenplagen in aegypten, oder suedamerikanischen wanderameisen. man haelt sich solange irgendwo auf, wie man profit machen, aber gleichzeitig unter sich sein kann und wenn es nicht mehr geht, zieht man weiter...

    mal im ernst. nachdem hier in england und irland vielen die perspektive (in form eines jobs) genommen wurden, machten sich viele polen auf den weg in die arabischen emirate. und guess what. es dauerte nicht lange, da etablierte sich ein polnisches dubai-forum samt dazugehoeriger community und info plattform, um herauszufinden, wie man sich in der wueste polnisches radio und tv organisieren kann...

    nur weiss ich jetzt schon, wie das ausgehen wird. sie werden wieder groesstenteils ungluecklich und unzufrieden sein... und wieder viele erfahrungen verpassen...

    schade.

    sorry, dass das so negativ klingt, aber ich denke, wenn man sich entscheidet ins ausland zu gehen, ist ignoranz einfach untolerierbar...

    das thema ist geschlossen!

    tornado, wir hatten das per pm diskutiert und ich hatte meinen standpunkt klargemacht.

    das forum bietet fuer so etwas keine plattform.
    wenn hier user probleme miteinander haben, diskutieren sie das bitte per pm oder ueber einem glas bier.

    der rest der user hat kein interesse daran in so etwas reingezogen zu werden.

    daher die schliessung des threads.

    better late than never...

    natuerlich auch von der insel die allerbesten glueckwuensche zum geburtstag...

    lass dich reich beschenken und lass all deine wuensche in erfuellung gehen.

    feier schoen! :okok

    einer meiner polnischen kollegen aus dem irischen buero ist bereits vor knapp einem jahr zurueck nach warschau gegangen, da seine frau zurueck wollte und die beiden auch ihre kinder gerne in polen aufwachsen sehen wuerden.
    damals war vom credit crunch noch keine rede und er hat auch einen guten job in warschau gefunden...

    jetzt, wo irland massiv in der krise ist und mehr als ein drittel aller architekten ihren job verlieren werden, wird das buero dort verkleinert. ergo muss eine polnische technische zeichnerin gehen und unser polnischer visualisierer war bis gestern am zittern.
    der visualisierer bleibt, die zeichnerin geht. und bevor ihr falsches denkt einige irische kollegen muessen auch gehen!
    die zeichnerin wird auch zurueck nach polen gehen, hat aber noch keinen job gefunden.

    interessanterweise haben sich mittlerweile auch viele polen auf den weg in die vereinigten arabischen emirate gemacht, zumindest gibt es schon entsprechende foren und praesenzen im internet. dort haben allerdings auch nur jene wirklich chancen, die eine gute qualifikation vorweisen koennen...

    @chelmno
    du hast recht, was die englische kennzeichen haeufung angeht. einige unserer freunde fahren nach hause und machen entsprechend auch ein wenig heimaturlaub...

    moechte hier kurz einige persoenliche anmerkungen loswerden...

    @Jeansgerd:
    als allerersten post hier dein geschaeft zu bewerben ist nicht unbedingt clever und provoziert natuerlich solche reaktionen wie zb von olaf. das wuesstest du, wenn du deinen eigenen ratschlag befolgt haettest und hier im forum etwas nachforschen wuerdest, bevor du postest. MLM ist hier ausfuehrlich frueher diskutiert worden.

    und nur so am rande. als ich den post sah war ich sehr versucht den post zu loeschen, da wir kein kommerzielles forum sind. aehnlich verfahren wir, wenn leute unser netzwerk nutzen moechten, um zb ferienhaeuser zu vermieten. wir haben dieses forum grundsaetzlich nicht aufgebaut, um anderen eine platform zu bieten, um geld zu verdienen, und darum geht es ja wohl auch bei deinem angebot...
    wenn du hier erstmal eine vorstellung gepostet haettest und ein wenig ueber dich erzaehlt haettest, leute kennengelernt haettest und DANN iregndwann dein angebot gemacht haettest, saehe das etwas anders aus...

    ich habe mich am ende entschlossen, den post nicht zu loeschen, da ich auf die selbstregulierenden effekte des forums gebaut habe und das hat offenbar funktioniert...

    @alle:
    wie capricorn bereits sagte ist mlm an anderer stelle ausfuehrlich diskutiert worden. ich faend es angebracht hier nicht eine kopie dieses threads zu erstellen.
    in diesem sinne ist olaf's link auf den urspruenglichen thread durchaus angebracht.
    belasst es dann bitte dabei, jeansgerd hat da genug zu lesen, um nachzuvollziehen, warum sein konzept hier eher wenig freunde finden wird.

    Renia. Marken jeans sagt lediglich aus, dass es irgendwo ein logo gibt. aehnliches gilt fuer 'designer' jeans. JEDES produkt ist designed und nur ein minimaler prozentsatz hat einen 'grossen' namen dahinter.

    Zitat

    Original von ReniA
    ...

    Ein kleines Rätsel: Warum ist er beides? :oczko

    haben da die geschwister deiner eltern geheiratet? oder zumindest ein gemeinsames kind?
    oder lieg ich komplett falsch? ist schon spaet...

    Zitat

    ...
    Dieser Cousin hat Enkelkinder, die teils älter sind als der Sohn seiner jüngsten Schwester. Also deren Onkel.

    das find ich mal richtig klasse!
    ueberleg mal, du koenntest erzaehlen, dass du deinem onkel die windeln gewechselt hast...
    oder mit deinem onkel zusammen zur schule gegangen bist... :oczko

    hehehe...
    da solltest du dich mal mit meiner Magda unterhalten.

    sie redet immer von ihrer schwester, wenn sie ueber ihre cousine redet. einfach, weil sie zusammen aufgewachsen sind...

    auch grosstanten und -onkel werden oft einfach als tante und onkel tituliert...
    scheint sich also nicht um einen einzelfall zu handeln...
    :oczko