[color=#333333]Von mir jetzt auch mal so einige Gedanken zum Thema. Vielleicht auch einmal von einer etwas anderen Seite beleuchtet.
(Auf das absolut dumme Gegröle irgendwelcher braundurchgefärbten, stumpfsinnigen und bildungsfernen Proleten einzugehen, erspare ich mir. Ist ja wohl auch nicht notwendig.)
Für mich fängt es bei dem Thema schon mit der Wortwahl an - nämlich mit dem Wörtchen "fremdenfeindlich".
Was genau soll das sein?
Feind bedeutet ja grundsätzlich erst einmal so viel wie Hass, nach wikipedia wurde diese Bezeichnung in alten Schriften dann sogar als Synonym für den Teufel gebraucht.
Sollte man vielleicht wissen, wenn man solch eine Terminologie benutzt. Und denjenigen, der mit solch einem Wort um sich wirft fragen, wie er denn zu solch einer Wortwahl kommt.
Dass die Medien diese Terminologie ständig benutzen, macht die Sache sicherlich nicht besser.
Interessant dabei - im militärischen Wortgebrauch wird immer vom "Feind" gesprochen, nicht aber vom Gegner. Gleichzeitig wird dabei der Widersacher aber weder als Unmensch noch als Hassobjekt klassifiziert.
Gleichzeitig steht der Begriff "Feindschaft" als Gegenteil von Freundschaft. Dazu könnte man sich vielleicht auch einmal so seine Gedanken machen. Wenn ein Fremder (noch) nicht mein Freund ist - macht ihn das dann automatisch zu meinem Feind? Es heißt nicht umsonst, ein Fremder sei ein Freund, den man noch nicht kennt.
Weiter sind gerade die Deutschen ein Völklein, dass es in die Ferne zieht. Immer schon. Hatte Ola ja auch schon angesprochen. Die Deutschen sind Reiseweltmeister - nach wie vor. Und sind allein im letzten Jahr so oft ins Ausland geflogen wie nie zuvor.
Woher also stammt das Mißtrauen gegenüber Fremden?
Ola hat in diesem Zusammenhang von Xenophobie gesprochen, also der Angst vor dem Fremden. Der Begriff passt hier meiner Meinung nach nicht so richtig, weil er vielleicht zu ungenau ist. Seltsamerweise musste sich nämlich ein Nordeuropäer in Deutschland noch nie vor irgendwelchen Übergriffen fürchten, ein dunkelhaariger Deutscher im eigenen Land aber schon. Seltsam, oder?
Xenophobie sei etwas Normales. Sagt man. Hätten die Menschen schon immer gehabt. Die Furcht vor dem Fremden. In der Antike. Im MIttelalter und auch in der Neuzeit. Gemeinschaften wollen nicht überfremdet werden. Das Xenophobe gehört zu uns, wenn wir einmal ehrlich zu uns selber sind. Obwohl wir doch eigentlich schon eine Multi-Kulti-Gesellschaft sind. Und uns eigentlich schon dran gewöhnt haben (müssten).
(Na ja, zugegeben - eigentlich ist eine Phobie ja an sich schon eine Art psychischer Störung)
Olaf hat weiter oben als Quelle einen Artikel aus "zeit online" angeführt mit dem Titel "Der große Aufbruch". Direkt unter dem Titel ist dann zu lesen: "Sie kamen zu Millionen, wagten ein Leben in der Fremde und VERÄNDERTEN DAS LAND ....
Mehr als 50 Millionen Amerikaner geben heute an, deutsche Vorfahren zu haben. Und die Deutschen haben damals sicherlich ihren Beitrag dazu geleistet, Amerika einen (ihren) Stempel aufzudrücken ...[/color]
[color=#333333]Wer möchte als "Einheimischer" schon, dass jemand anderer sein Land verändert? Wobei wir wieder bei der Xenophobie wären.
[/color][color=#333333]Ein weiterer Aspekt kommt bei der Diskussion ebenfalls zu kurz - die Schulbildung. Bei den Migrationskindern.
Hier hat die Legislative meiner Meinung nach auch und gerade in den letzten Jahrzehnten mal wieder komplett versagt.
Die Flüchtlingskinder haben meist eine gänzlich andere Schulbildung, als die Kinder hier in Deutschland. Werden Asylanträge bewilligt, werden diese KInder irgendwann auch zur Schule gehen müssen. Und das birgt Probleme. Zwangsläufig.
Anhand einer im Jahr 2005 durchgeführten Untersuchung an 1.200 Schülern an 26 Berliner Grundschulen konnte festgestellt werden, dass die Leseleistungen der KInder zum Ende des dritten Schuljahres schlechter waren, wenn der Anteil an Migrationskindern mehr als 30% betrug.
Und 2002 stellte man fest, dass türkische und italienische Kinder eine um so geringere Chance haben, von einer Grundschule auf eine Realschule oder auf ein Gymnasium zu wechseln, je mehr ausländische Kinder in der Klasse waren.
Im Rahmen der PISA 2000E-Studie wurde ebenfalls festgestellt, dass in Schulen mit einem Anteil von mehr als 20% Schülern mit Migrationshintergrund, deren Umgangssprache in der Familie nicht Deutsch ist, schwächere Leistungen beim Lesen erzielt wurden.
Was dann später aus diesen Kindern wird, ist klar - schlechtere berufliche Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, schlechterer sozialer Status mit den entsprechenden Folgen.
Die vielen verschiedenen Gemeinschaften in Deutschland müssen aber anständig miteinander auskommen. Für unser aller Überleben. Für ein gutes Leben. Sie müssen füreinander offen sein. Das gilt allerdings nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa. Gilt eigentlich weltweit.
Wichtig ist aber trotzdem auch, dass Gemeinschaften auch dadurch entstehen und bestehen, indem sie sich von anderen abgrenzen. Ich finde, nicht jeder und alles sollte zugelassen werden. Sonst gibt es nämlich irgendwann keine Gemeinschaft mehr. Sondern nur noch noch eine Gesellschaft aus absoluten Individualisten, die nur daran interessiert sind, ihre ureigensten Interessen durchzusetzen.
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